Die Bundesanwaltschaft (BA) hat gegen einen IT-Spezialisten beim Bundesstrafgericht in Bellinzona Anklage wegen Datendiebstahls bei der Bank Julius Bär erhoben. Der Beschuldigte habe eingestanden, bei der Bank Julius Bär & Co. AG in Zürich Daten von Bankkunden kopiert und einen Teil davon über einen Mittelsmann in Berlin an deutsche Steuerbehörden verkauft zu haben, schreibt die Bundesanwaltschaft in einer Mitteilung. Sie beantragt die Durchführung eines abgekürzten Verfahrens.

Die Anklage wird gegen einen deutschen IT-Spezialist mit Wohnsitz in der Schweiz erhoben, der in der Zeit von Anfang Oktober bis Anfang Dezember 2011 nach Anregung und in Absprache mit einem ihm persönlich bekannten deutschen Mittelsmann, Kundendaten aus verschiedenen bankinternen Systemen bei der Bank Julius Bär gesammelt habe, heisst es weiter.

Der Beschuldigte habe von seiner Geschäftsadresse aus insgesamt 15 E-Mails mit Zip-Dateien an seinen privaten E-Mail-Account gesandt. Die komprimierten Anhänge enthielten Kundennamen, deren Wohnorte, Kontonummern, Eröffnungsdatum der Konten des Kunden sowie Beträge und Währungen, so die Mitteilung. Er übergab dem Mittelsmann einen Datenträger mit rund 2700 Datensätzen deutscher Kunden der Julius Bär zur Weiterleitung an eine deutsche Steuerbehörde. Die «Handelszeitung» machte den Vorfall im September 2012 publik.

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Gemäss den Angaben des Beschuldigten hätten er mit seinem Mittäter für die Beschaffung und Aushändigung der Kundendaten die Zahlung von 1,1 Millionen Euro vereinbart. Im März 2012 erhielt die beschuldigte Person in Berlin 200'000 EUR in bar ausbezahlt. Mit dem Restbetrag sollte der Mittäter anonym die Steuerschulden der beschuldigten Person bei den deutschen Steuerbehörden begleichen. Beim Beschuldigten wurden 140'000 Euro sichergestellt.

(chb/awp)