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Schadenersatz
Deutscher Investor verklagt Sarasin

Sarasin-Hauptsitz in Basel: Bei der von Safra übernommenen Bank rumort es kräftig. (Bild: Keystone)

Gegen drei Mitarbeiter und einen ehemaligen Geschäftsführer der Basler Privatbank wurde in Zürich Strafanzeige wegen Anlagebetrugs und arglistiger Täuschung eingereicht.

Veröffentlicht am 27.05.2013

Ein deutscher Anleger hat offenbar die Bank Sarasin auf Schadenersatz verklagt, weil er sich vom Institut hintergangen fühlt. Gemäss einem Artikel der «Süddeutschen Zeitung» soll fast die gesamte Investition, die der Anleger in ein von Sarasin angebotenes Produkt gesteckt hat, verloren sein.

Der Anleger habe ausserdem bei der Staatsanwaltschaft Zürich gegen drei Sarasin-Mitarbeiter und einen ehemaligen Geschäftsführer Strafanzeige wegen Anlagebetruges und arglistiger Täuschung eingereicht.

50 Millionen Euro investiert

Der deutsche Anleger, dessen Namen im Artikel nicht genannt wird, habe 50 Millionen Euro in das von Sarasin angebotene Produkt investiert, heisst es. Ziel des Investments sei es gewesen, via einen Luxemburger Fonds bzw. amerikanische Pensionsfonds über ein sogenanntes Dividenden-Stripping Steuererstattungen in Milliardenhöhe zu erschwindeln, heisst es in der Klage.

Das Geschäft habe darauf beruht, das deutsche Bundeszentralamt für Steuern systematisch zu täuschen und sich am Fiskus «hemmungslos zu bereichern». Das sei erst im Nachhinein zutage getreten, sagte der Anwalt des Anlegers gegenüber der Zeitung. Hätte sein Mandant das auch nur geahnt, dann hätte er nie bei dem Investment mitgemacht.

Gesetzeslücke ausnützen wollen

Sarasin und die Partner der Bank hätten bei ihren Geschäften im Jahr 2011 eine - erst im vergangenen Jahr endgültig geschlossene - Gesetzeslücke ausnutzen wollen. Diese Lücke hätte es ermöglichen sollen, mit komplizierten Transaktionen über mehrere Stationen beträchtliche Kapitalertragsteuer-Erstattungen zu kassieren, obwohl zuvor weit geringere oder sogar überhaupt keine Steuern an den Fiskus gezahlt worden seien, schreibt die Zeitung weiter.

Sarasin wollte sich gemäss der «Süddeutschen Zeitung» nicht zum Vorfall äussern. Gegenüber AWP hiess es, Fragen dazu seien schriftlich einzureichen.

(vst/rcv/awp)

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