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Deutscher Stahlgigant sammelt Milliarde ein

ThyssenKrupp-Sitz in Essen, NRW: Verbrüdert sich mit Tata. Keystone

Thyssenkrupp hat sich Geld für das Zukunftsprojekt mit dem indischen Tata-Konzern besorgt. Die Deutschen nehmen mit der Ausgabe von neuen Aktien über 1 Milliarde Euro auf.

Veröffentlicht am 26.09.2017

Der deutsche Industriekonzern Thyssenkrupp hat sich nach der Einigung auf eine Fusion der Stahlsparte mit der indischen Tata Steel gut 1,4 Milliarden Euro brutto am Kapitalmarkt besorgt. Das Geld floss dem Unternehmen durch die Platzierung von knapp 56,6 Millionen neuer Aktien zu.

Der Preis habe bei 24,30 Euro je Stück gelegen, heisst es in einer am späten Montagabend veröffentlichten Mitteilung des Konzerns. Händlern zufolge wurden die Papiere damit am unteren Ende der Spanne veräussert. Der Schlusskurs im Xetra-Handel am Montag lag bei 24,70 Euro. Käufer waren der Mitteilung zufolge institutionelle Investoren.

Kapriolen am Aktienmarkt

Der Schritt folge «auf wesentliche strategische Weichenstellungen der vergangenen Monate», hatte es in einer vorherigen Mitteilung zur Ankündigung der Massnahme geheissen. Man schaffe sich Spielraum für Wachstum im Industriegütergeschäft.

Der Aktienkurs von Thyssenkrupp hatte im Anschluss an die erste Mitteilung um zwei Prozent nachgegeben, einen Teil des Verlustes nach der nun erfolgten zweiten Mitteilung aber wieder wettgemacht.

Joint-Venture in Holland

Vergangene Woche hatte Thyssenkrupp eine Einigung mit Tata Steel über eine Zusammenlegung der europäischen Stahlgeschäfte erzielt. An dem Gemeinschaftsunternehmen, das seinen Sitz in den Niederlanden haben soll, wollen beide Partner 50 Prozent halten. Bis Anfang 2018 soll der Deal perfekt sein. Thyssenkrupp und Tata erhoffen sich durch die Zusammenlegung ihrer Aktivitäten Synergien in Millionenhöhe – die erwarteten jährlichen Einsparungen bezifferte der Essener Konzern auf 400 bis 600 Millionen Euro.

«Bis sich die positiven Effekte aus der Transaktion auf unsere Bilanz auswirken, braucht es aber Zeit», sagte Konzernchef Heinrich Hiesinger nun mit Blick auf die Kapitalerhöhung. «Diese Zeit nutzen wir, um schon jetzt unsere Industriegütergeschäfte zu stärken.»

(sda/ise/mbü)

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