Die deutschen Fluglotsen wollen am Dienstagvormittag streiken. Auswirkungen der Arbeitsniederlegung auf die Schweiz sind momentan schwierig abzuschätzen. Bei der Flugsicherung Skyguide rechnet man jedoch damit, dass im schlimmsten Fall mehrere hundert Flüge annulliert werden müssten. Zu den Absagen würden auch zahlreiche Umleitungen kommen, falls der deutsche Luftraum nicht überflogen werden könnte, sagte eine Sprecherin.

Diese Umleitungen würden über die Europäische Flugsicherungszentrale in Brüssel abgewickelt. Für die Stunden nach dem Streik hat die Skyguide bereits zusätzliches Personal aufgeboten, um die Rückkehr zur Normalität sicherzustellen. Es werde aber sicher längere Zeit dauern, bis man wieder zum Normalbetrieb umstellen könne.

Beim Flughafen Basel-Mülhausen wären von einem allfälligen Streik Direktflüge nach Deutschland betroffen, wie eine Sprecherin erklärte. Am Vormittag sind fünf dieser Flüge vorgesehen, von denen einzelne auch auf den Nachmittag verschoben werden könnten.

Erster Streikversuch von Gericht unterbunden

Der Flughafen Zürich äusserte sich nicht zu den möglichen Auswirkungen des Streiks. Es sei unklar, ob die Lotsen überhaupt streiken würden, sagte ein Sprecher. Auch die Fluggesellschaft Swiss wartet ab. Man verfolge die Situation, habe aber noch keine näheren Informationen, erklärte ein Sprecher.

Zu einem sechsstündigen Streik aufgerufen hat die Gewerkschaft der Deutschen Flugsicherung (GDF). Alle Mitarbeiter seien in der Zeit von sechs bis zwölf Uhr zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, erklärte die Gewerkschaft am Morgen.

Bereits vergangene Woche hatte die GDF einen Streik angekündigt. Dieser wurde allerdings abgesagt, nachdem ihn ein Gericht als rechtswidrig eingestuft hatte.

Gerwerkschaft lehnt Gesprächstermin ab

Die Gewerkschaft fordert im aktuellen Streit um einem neuen Gesamtarbeitsvertrag (Tarifvertrag) eine Lohnsteigerung von mehr als sechs Prozent und mehr Mitsprache in Personalfragen. Die Deutsche Flugsicherung hatte der Gewerkschaft am Freitag drei Gesprächstermine angeboten, den ersten für Montag.

Weil die Arbeitgeber zuletzt kein neues Angebot vorgelegt hatten, wollte die GDF keinen der angebotenen Termine wahrnehmen und beharrte auf der neuen Streikandrohung der Fluglotsen.

(tno/laf/sda/awp)

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