Deutschlands grösster Zementhersteller HeidelbergCement geht in Italien auf Einkaufstour. Das Unternehmen bietet 3,7 Milliarden Euro für den Rivalen Italcementi, wie HeidelbergCement am Dienstagabend mitteilte.

Mit dessen grösstem Aktionär Italmobiliare ist man sich bereits einig. Er bekommt für seinen 45-Prozent-Anteil 1,67 Milliarden Euro, einen Teil davon in HeidelbergCement-Aktien. Dafür erhöht der deutsche Käufer sein Grundkapital entsprechend.

Kartellbehörden müssen zustimmen

Die übrigen Italcementi-Aktionäre erhalten ein Pflichtangebot über 10,60 Euro. Das sind gut 60 Prozent mehr als der Schlusskurs der Italcementi-Aktie vom Dienstag. Sie hatte in Mailand bei 6,59 Euro geschlossen.

Vor dem öffentlichen Übernahmeangebot müssen noch die Kartellbehörden dem Einstieg von HeidelbergCement zustimmen. Das dürfte aber erst 2016 der Fall sein, erklärte das Unternehmen.

Branche im Umbruch

Die europäische Zementbranche ist durch die Elefantenhochzeit der Schweizer Holcim und der französischen Lafarge im Umbruch. Die Wettbewerber sehen sich unter Zugzwang. Zudem hat HeidelbergCement, die seit Jahren nur Unternehmensteile verkauft hatte, wieder finanziellen Spielraum.

Der Dax-Konzern legte am Abend zudem seine Quartalszahlen vor. Absatz, Umsatz und Ergebnis legten zu und der Jahresausblick wurde bestätigt.

(sda/ise)

 

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