Deutschland ist für die Zürcher Privatbank Vontobel ein denkbar schlechtes Pflaster. Die deutsche Vontobel-Tochter schreibt seit ihrer Gründung 2009 Verluste in der kumulierten Höhe von über 40 Millionen Euro, wie die «Handelszeitung» in ihrer neusten Ausgabe schreibt. Auch das laufende Geschäftsjahr endet wohl wieder rot.

«Wir erwarten 2015 für Vontobel Europe höhere Erträge von zirka 2 Millionen Euro», sagt Sprecherin Rebeca Garcia. Da die deutsche Tochter im letzten Jahr aber einen Verlust von 5,8 Millionen Euro verbuchte, dürfte die Bank in Deutschland auch 2015 die Gewinnschwelle verpassen.

«Deutschland bleibt ein Fokusmarkt»

Gerade in einer «Auf- beziehungsweise Ausbauphase» in einem hart umkämpften Markt sei nicht mit Gewinn zu rechnen, sagt die Vontobel-Sprecherin Garcia, stellt eine «schrittweise Verbesserung» in Aussicht und betont: «Deutschland ist und bleibt ein Fokusmarkt für Vontobel.»

Die Zürcher Privatbank erkor Deutschland 2009 zum «zweiten Heimmarkt». Der damalige Bankchef und heutige Präsident Herbert Scheidt setzte grosse Hoffnungen ins deutsche Onshore-Geschäft.

Kundengelder fliessen ab

«Wir denken, dass Deutschland in den nächsten drei bis fünf Jahren Gewinne einfährt», sagte Scheidt 2009 in der «Handelszeitung». Inzwischen ist die Euphorie verflogen. Im letzten Jahr flossen gar mehrere Hundert Millionen Euro Kundengelder ab.

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