Die Migros Genossenschaft Basel hat im vergangenen Jahr trotz eines tieferen Umsatzes einen höheren Gewinn verbucht: Der Gesamtumsatz lag mit 1,002 Milliarden Franken 2,9 Prozent unter dem Vorjahr; der Jahresgewinn stieg dennoch um 37 Prozent auf 19,6 Millionen Franken.

Schwindende Geschäfte seien «grundsätzlich nicht positiv», sagte der neue Geschäftsleiter Stefano Patrignani vor den Medien. Doch das Ergebnis sei angesichts des schwierigen Umfeldes «hervorragend». Die Zahl der Verkaufsstellen war mit 60 Schweizer und vier deutschen Migros-Filialen sowie 10 Partnerläden unverändert.

Patrignani führte den Umsatzrückgang neben dem Einkaufstourismus jenseits der Grenze auch auf die Verbilligung des Sortiments zurück, durch die der Migros Basel ein Umsatz von rund 15 Millionen Franken entgangen sei. Dies einberechnet belaufe sich der reale Umsatzrückgang nur noch auf 1,1 Prozent.

«No News» zu Migros Deutschland

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Anders als im Vorjahr verloren die vier deutschen Filialen mehr Umsatz als ihre Schweizer Pendants: Während daheim ein Minus von 2,5 Prozent resultierte, waren es im grossen Kanton 7,5 Prozent weniger (in Franken gerechnet). Die Strategie für Deutschland werde überprüft, sagte Präsident Rudolf Grüninger; es gebe dazu momentan keine News.

Neben dem Einkaufstourismus nannten Patrignani und Grüninger auch die vergleichsweise restriktiven Ladenöffnungszeiten in Basel-Stadt als Konkurrenznachteil. Grüninger liess sich dabei zu Kritik an den Stimmberechtigten hinreissen, die am 3. März eine Verlängerung der Öffnungszeiten am Samstagabend an der Urne deutlich abgelehnt hatten.

Insgesamt 3023 (Vorjahr: 3057) Angestellte bei 2475 (2494) rechnerischen Vollstellen belegen die Sparbemühungen der Migros Basel: Die Personalkosten sanken um 5 Millionen Franken auf 180 Millionen, der Betriebsaufwand um 36 Millionen auf 922 Millionen. Unter dem Strich rentierte die Migros Basel auch deshalb spürbar besser.

2013 Fokus auf Frische

Für das angelaufene Jahr gaben sich die Verantwortlichen optimistisch. Patrignani will nun Frischprodukte noch stärker forcieren, denn bei diesen - namentlich Früchten und Gemüse - habe Migros 2012 zugelegt, während das Unternehmen beim Fleisch mit hohen Preisdifferenzen zum Ausland weniger umsetzte.

«Frische bringt Frequenz» sagte Patrignani und verwies dabei unter anderem auf die zweimal tägliche Anlieferung eigener Konditoreiprodukte. Viele Investitionen zielten ebenfalls auf das Frischesortiment inklusive Sandwichtheken. Daneben nannte Patrignani die «Preis-Leistungs-Führerschaft» als Priorität.

(vst/chb/awp)