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Deutschlands Autoindustrie rüstet für Roboterautos auf

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Eine Autokarte von Here, bei dem jetzt auch Bosch und Continental dabei sind. Damit sollen genaue Karten für autonomes Fahren erstellt werden.Quelle: Here.com

Bosch und Continental beteiligen sich an Here, der VW-Konzern holt Hilfe vom ehemaligen Chefentwickler von Google-Roboterwagen.

Veröffentlicht am 04.01.2018

VW und die auf Technologie für autonomes Fahren spezialisierte Silicon-Valley-Firma Aurora kündigten am Donnerstag eine Partnerschaft an. Chris Urmson, der bei Google jahrelang das Roboterwagen-Programm beaufsichtigte, ist Mitgründer und Chef des Startups. Volkswagen-Digitalchef Johann Jungwirth erklärte, man wolle «Mobilität für alle auf Knopfdruck» anbieten. Auch der südkoreanische VW-Rivale Hyundai will mit Aurora auf diesem Feld zusammenarbeiten.

Urmson hatte den Google-Mutterkonzern Alphabet 2016 verlassen, um ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen. VW und Hyundai sind die ersten Partner von Aurora aus der Autoindustrie. Zweiter Mitgründer des Unternehmens aus Palo Alto ist der langjährige Chefentwickler von Teslas Assistenzsystem «Autopilot», Sterling Anderson.

Breiten Markt im Visier

«Unsere Priorität bei Aurora liegt darauf, selbstfahrende Fahrzeuge Realität werden zu lassen - sicher, schnell und breit zugänglich», sagte Urmson. Mit Partnern aus der Industrie wie VW sei das schneller zu erreichen. «Gemeinsam werden wir selbstfahrende Fahrzeuge in grossem Massstab auf den Markt bringen.»

Derzeit entwickeln alle möglichen Player Technologie für autonomes Fahren: Neben Autobauern und Zulieferern sind es auch Tech-Unternehmen wie die Google-Schwesterfirma Waymo und Apple oder der Fahrdienst-Vermittler Uber sowie diverse Start-ups.

Dem US-Technologieblog «The Verge» sagte Jungwirth, VW und Aurora wollten Ende des Jahres eine zweistellige Zahl an Test-Autos auf die Strassen bringen, die eine Hälfte davon in Deutschland, die andere im Silicon Valley. 2021 solle das Projekt soweit sein, dass in zwei bis fünf Städten Pilotflotten fahren könnten.

Karten für autonomes Fahren

Die Zulieferer Bosch und Continental beteiligen sich zu jeweils fünf Prozent an dem von den deutschen Autokonzernen kontrollierten Kartendatendienstleister Here. Durch die Zusammenarbeit sollen die für autonomes Fahren und digitale Dienste notwendigen hochgenauen Karten weiter verbessert werden, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten.

Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Continental erklärte, den Anteil von den den bisherigen Here-Eignern Audi, BMW und Daimler zu kaufen. Vor einem Jahr hatten die Autobauer, die Here 2015 für 2,8 Milliarden Euro von Nokia übernommen hatten, bereits 15 Prozent an den Chiphersteller Intel abgegeben.

Continental verspricht sich davon zusätzliches profitables Wachstum mit Fahrerassistenzsystemen und Mobilitätsdiensten, wie Chef Elmar Degenhart erklärte.  Der weltweit grösste Autozulieferer Bosch will gemeinsam mit Here datenbasierte Anwendungen auch in anderen Industriezweigen ausbauen.  Here wiederum könne sein Geschäft mit der starken Präsenz von Bosch in Amerika, Asien und Europa ausbauen, erklärte Here-Chef Edzard Overbeek.

(sda/mbü/tdr)

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