Seit Monaten ranken sich die Gerüchte um den Milliarden-Börsengang des Berliner Kleiderhändlers Zalando beziehungsweise der Mutterfirma Rocket Internet. Vor lauter Berliner Gründerhype gehen im Rauschen des Blätterwalds bemerkenswerte Startup-Exits unter, schreibt das «Wall Street Journal» (WSJ).

So habe etwa die bekannte Fernwartungssoftware Teamviewer im Mai für eine Milliardensumme die Hand gewechselt. Zugeschlagen hat die englische Private-Equity-Firma Permira. Vor mehr als drei Jahren verkaufte sich die Netviewer AG an den US-Konzern Citrix - ebenfalls auf Fernwartung spezialisiert. Der Deal soll 150 Millionen Euro eingebracht haben. Und vor drei Wochen hätten Israelis ihren Anteil an der Team Internet AG in München massiv aufgestockt - die Digitalmerkateingfirma schreibt schwarze Zahlen.

Ballungsraum Süddeutschland

Allen dreien gemeinsam ist, dass sie nie in Berlin ihren Sitz hatten, Abseits der Hauptstadt ihren Weg machten. Vor allem der Software-Cluster zwischen den Universitäten Darmstadt, Kaiserslautern, Karlsruhe, Saarbrücken und der SAP-Standort Walldorf bringe viele Unternehmen hervor, die vor allem im Business-to-Business-Software-Bereich regelmässig Erfolge feierten, so das WSJ.

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Eine Untersuchung durch die Europäische Kommission vom April, die die Hightech-Zentren Europas verglich, sieht demnach München auf Platz 1. Danach folgen London, Paris und Karlsruhe – Berlin liegt abgeschlagen auf Platz 15.

Zum süddeutschen IT-Cluster kann man mit etwas Goodwill auch den Grossraum Zürich zählen. Aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) entstehen regelmässig Spin-Offs, die später mit Erfolg von Schwergewichten aufgekauft werden.

Einer der letzteren bekannten Fälle war die Übernahme der Zürcher Firma Netbreeze durch den Software-Giganten Microsoft oder die Übernahme des Speicherdienstes Wuala durch die französische Lacie. Auch die Swisscom investiert regelmässig in verheissungsvolle IT-Unternehmen.