Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat das definitive Jahresergebnis für 2014 vorgelegt und den Gewinn auf 38,3 Milliarden Franken präzisiert. Im Januar war bereits ein Rekordergebnis in der Grössenordnung von 38 Milliarden Franken angekündigt worden.

Der gewaltige Überschuss folgt auf einen Verlust von 9,1 Milliarden Franken im Vorjahr. Die SNB hat bereits angekündigt, nach dem Rekordgewinn insgesamt 2 Milliarden Franken an Bund und Kantone auszuschütten. Gemäss einer Übereinkunft mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD) entrichtet die SNB neben der ordentlichen Ausschüttung von 1 Milliarden Franken eine Sonderzahlung von einer weiteren Milliarde.

Fremdwährung und Gold

Basis für den Rekordgewinn sind die umfangreichen Devisenanlagen der Nationalbank. 2014 resultierte auf den Fremdwährungspositionen ein Gewinn von 34,5 Milliarden Franken. Auf dem Goldbestand verbuchte die SNB dank des um 11 Prozent gestiegenen Goldpreises einen Bewertungsgewinn von 4,1 Milliarden Franken.

Der Gewinn aus den Fremdwährungspositionen setzt sich zusammen aus 7,7 Milliarden Franken an Zinserträgen und 1,8 Milliarden Franken an Dividenden aus den Devisenanlagen. Bei den Zinspapieren führte das tiefere Zinsniveau zu Kursgewinnen von 8,7 Milliarden Franken. Die Beteiligungspapiere profitierten vom günstigen Börsenumfeld und trugen mit 4,4 Milliarden Franken zum Erfolg bei. Die wechselkursbedingten Gewinne beliefen sich auf insgesamt 11,8 Milliarden Franken.

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Hohe Marktrisiken

Die Zuweisung an die Rückstellungen beträgt nun 2,0 Milliarden Franken. Dies beschloss der Bankrat aufgrund der hohen Marktrisiken, die in der Bilanz der Nationalbank enthalten sind. Einen Ausblick auf die Ergebnisentwicklung im laufenden Quartal nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses gab die SNB im Communiqué nicht ab.

Doch schon bei der Ausweisung der Devisenbilanz Ende Januar war mit Blick nach vorne klar: Auf die Devisenanlagen drohen der SNB drastische Bewertungsverluste. Alleine bei den Dollar-Anlagen standen zu diesem Zeitpunkt Bewertungsverluste von rund 11 Milliarden Franken an. Die Einbussen bei Euro und Dollar alleine übertrafen damit Ende Januar den Rekordgewinn der SNB von 38 Milliarden Franken im vergangenen Jahr.

(sda/tno/lur)