Die Revolution des computergesteuerten Börsenhandels bedroht immer mehr Jobs in der Finanzindustrie. Gemäss einer Analyse des US-Beratungsunternehmens Aite Group machte der elektronische Handel Ende vergangenen Jahres bereits 70 Prozent aller getätigten Währungstransaktionen aus. In den kommenden fünf Jahren dürfte dieser Wert laut Aite-Studie auf – konservativ geschätzt – über 76 Prozent steigen.

Zum Vergleich: Noch im Jahr 2001 machte der Computerhandel nach Angaben eines Sprechers des Bostoner Beraters lediglich 20 Prozent aus. Devisenhändler seien wie ihre Kollegen auf dem traditionellen Börsenparkett – «eine schnell aussterbende Rasse», zitiert der Nachrichtendienst Bloomberg den New Yorker Finanzprofessor Charles Geisst. Sobald Banken die Kosten ihrer Mitarbeiter realisierten, würden sie entsprechende Positionen streichen, glaubt er.

UBS gehört zu den grössten Playern

Begünstigt werden könnte diese Entwicklung demnach von den anhaltenden Untersuchungen internationaler Aufsichtsbehörden: In vielen Ländern werden derzeit Manipulationen von Devisentransaktionen geprüft, Banken reagierten bereits mit Entlassungen. Geldhäuser wie die UBS verbieten ihren Händlern bereits Chaträume, in denen sie sich mit Bankern anderer Institute austauschen. Weltweit wurde mindestens ein Dutzend Händler gefeuert.

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Die rasante Entwicklung des computergesteuerten Handels dürfte denn auch am Schweizer Finanzplatz Auswirkungen haben und zu einem Umdenken führen: Die UBS gehört egemeinsam mit der Deutschen Bank, der Citigroup und Barclays zu den weltweit grössten Playern am Devisenmarkt. Ihr Marktanteil wird auf rund 10 Prozent geschätzt.

Ohnehin scheint das Geschäft mit Devisen für die Giganten am Markt an Reiz zu verlieren: Die Gewinne der UBS aus dem Währungsgeschäft sanken im vierten Quartal – anscheinend vor allem wegen dem gesunkenen Risikoappetit der Anleger und der geringeren Liquidität am Markt. Hinzu kommen schärfere aufsichtsrechtliche Bestimmungen mit Blick auf die Derivategeschäfte. Wie man es auch drehe, so Berater Kevin McPartland zu Bloomberg, das Geschäft mit Devisen werde für die Banken kostspieliger.