1. Home
  2. Devisenskandal: USA wollen von UBS Schuldgeständnis

Geständnis
Devisenskandal: USA wollen von UBS Schuldgeständnis

UBS in Zürich: Vergleich mit US-Behörden könnte schon bald da sein.   Keystone

Im Skandal um manipulierte Devisenkurse wollen die USA schnellstens einen Vergleich mit einer hohen Strafe erzielen. Laut Insidern fordern die Behörden nun auch noch ein Schuldeingeständnis

Veröffentlicht am 10.05.2015

Die UBS kommt im Skandal um manipulierte Devisenkurse offenbar doch nicht so glimpflich davon wie erhofft. Die Schweizer Grossbank zähle zu den fünf Instituten für die das US-Justizministerium so schnell wie möglich einen Vergleich inklusive eine Schuldeingeständnisses und hohen Strafen erzielen will. Eine Einigung könnte bereits am Mittwoch bekanntgegeben werden, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Wochenende unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zuletzt wurde darüber spekuliert, dass die UBS wegen ihrer frühen Mitarbeit bei den Ermittlungen eine Art Kronzeugenstatus bekommen könnte und damit um ein Schuldbekenntnis und hohe Strafe herumkommen könnte.

Derzeit verhandelt das Justizministerium neben der UBS noch mit den US-Banken Citigroup und JPMorgan sowie den britischen Instituten Barclays und Royal Bank of Scotland (RBS über ein Ende der Ermittlungen im Skandal um manipulierte Devisenkurse. Dabei dürfte es zur nächsten Runde an Milliardenstrafen in dieser Sache kommen. Die vier Häuser werden wohl zusammen mehrere Milliarden Dollar auf den Tisch legen müssen. Nach Bloomberg-Informationen wird es die Citigroup und JPMorgen mit jeweils mehr als einer Milliarde Dollar treffen.

Schuldgeständnis gefordert

Zudem müssten sie ihre Schuld wegen der illegalen Absprachen bei der Ermittlung von Devisenkursen eingestehen. Zuletzt hatten bereits die «Financial Times» und das «Wall Street Journal» berichtet, dass sich die Gespräche einem Ende näherten und auf die Banken Strafen in Milliardenhöhe zukommen könnten. Ausser Barclays hatten sich die genannten Institute bereits bei einem Vergleich mit anderen US-Behörden beteiligt. Damals wurden Strafzahlungen von insgesamt 4,3 Milliarden Dollar für sechs Banken vereinbart. Das US-Justizministerium hatte sich nicht an dem Vergleich beteiligt und seine Ermittlungen fortgesetzt.

Damals hatten die Banken bereits eingeräumt, dass sie versucht haben, die Devisenkurse zu manipulieren. Banker hatten sich ähnlich wie beim Libor-Skandal um beeinflusste Zinssätze in verbotener Weise abgesprochen, um eigene Geschäfte zu fördern. Anders als im Libor-Skandal könnte die Deutsche Bank dieses Mal glimpflicher als viele Konkurrenten davonkommen. Die grösste deutsche Bank ist zwar einer der wichtigsten Händler im Devisengeschäft, dem weltweit grössten Finanzmarkt. Sie nimmt aber offenbar nicht an den aktuellen Gesprächen teil und die Behörden hatten zuletzt angedeutet, dass sie sich zunächst nur auf die schwerwiegendsten Verdachtsfälle konzentrieren.

(awp/dbe)

Anzeige