Das Bieterrennen um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin geht in die entscheidende Phase. Die Gläubiger der Airline beraten heute (Donnerstagnachmittag) in Berlin über mögliche neue Eigentümer. Sachwalter Lucas Flöther und der Generalbevollmächtigte des Unternehmens, Frank Kebekus, werden dem Gremium eine Auswertung der Gebote vorlegen und könnten eine Empfehlung zu bevorzugten Kandidaten abgeben. Die Vertreter der Gläubiger könnten eine Vorauswahl treffen. Endgültige Entscheidungen sollen am Montag fallen, wenn der Aufsichtsrat von Air Berlin tagt.

Interesse an Teilen des gut 140 Maschinen starken Flugbetriebs von Air Berlin haben neben der Lufthansa Insidern zufolge der britische Billigflieger EasyJet, die Thomas-Cook-Tochter Condor und die British-Airways-Muttergesellschaft IAG. Auch das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht, der Gründer und Namensgeber der Air-Berlin-Tochter Niki, Niki Lauda, der Luftfahrtunternehmer Hans Rudolf Wöhrl, der Ex-Energiemanager Utz Claassen und der chinesische Regionalflughafenbetreiber Link Global Logistics hoben den Finger.

Etihad drehte den Geldhahn zu

Insgesamt hat die zweitgrösste deutsche Airline mehr als 8000 Beschäftigte. Der Betriebsrat von Air Berlin befürchtet, die rund 2800 Mitarbeiter ausserhalb des Flugbetriebs in Verwaltung und Technik hätten schlechte Aussichten auf eine Übernahme. Die defizitäre Firma hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, weil der langjährige Geldgeber Etihad Airways weitere Finanzspritzen verweigerte.

(reuters/mbü/ise)

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