Als das Globetrotter-Fahrerhaus auf den Markt kam, hat Volvo Trucks mit ein paar hundert Verkäufen pro Jahr gerechnet. Doch dieses Nischenprodukt wurde bald zum Erfolg. Heute, 30 Jahre nach seiner Einführung, sind neun von zehn Volvo-FH-Lastwagen mit einem Globetrotter-Fahrerhaus ausgestattet. Wie bei seiner Einführung sind auch heute noch das Fahrerumfeld und ein hoher Komfort die Kernkonzepte dieses Fahrerhauses.

Höhere Sicherheit

Das Globetrotter-Fahrerhaus wurde entwickelt, um für mehr Sicherheit im Fernverkehr zu sorgen. In den 1970er-Jahren nahm der Gütertransport von West- nach Osteuropa ständig zu. Die Touren dauerten mehrere Tage und es war üblich, dass sich zwei oder mehr Fahrer einen Lastwagen teilten und im Schichtbetrieb fuhren. Häufig bestand die einzig verfügbare Schlafmöglichkeit aus nachträglich montierten Kunststoff-Dachaufbauten, die in Bezug auf Sicherheit viel zu wünschen übrig liessen. Volvo wollte jedoch eine sicherere und komfortablere Lösung anbieten.

Die anfänglich geringen Verkaufserwartungen waren schnell hinfällig. Das Globetrotter-Fahrerhaus hatte ein Bedürfnis geweckt, das niemand voraussehen konnte. Anstatt ein Nischenprodukt anzubieten, wurde ein vollständig neuer Markt erschlossen. In den 1980er-Jahren hat Volvo als erster Hersteller ein völlig neues Entwicklungskonzept für Lastwagen-Fahrerhäuser umgesetzt. Anstatt um das Fahrzeug herum, wurde das Fahrerhaus um den Fahrer herum entwickelt. Als Teil des Verbesserungsprojekts für Fahrerhäuser hat Volvo eine Fahrerhausattrappe gebaut und damit auf Fahrzeugausstellungen weltweit die Sitzpositionen der Fahrer vermessen. Mehr als 2000 Fahrer halfen bei der Entwicklung des neuen Fahrerhauses mit, indem sie in der Attrappe Platz nahmen und Fragebögen zu unterschiedlichen Gesichtspunkten ausfüllten. Nach elfjähriger Produktentwicklung wurde das neue Globetrotter-Fahrerhaus im Jahr 1993 zusammen mit der neuen Volvo FH-Baureihe auf den Markt gebracht.

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«Es steht ausser Zweifel, dass das Globetrotter-Fahrerhaus für den Erfolg von Volvo über die Jahre eine Schlüsselrolle gespielt hat. Sicherheit war immer einer unserer Kernwerte, und dies ist ein gutes Beispiel dafür, wie sich unsere Anstrengungen in Bezug auf Sicherheit ausgezahlt haben», so Claes Nilsson, Präsident der Europe Division von Volvo Trucks. Das Globetrotter-Fahrerhaus wurde seit damals ständig optimiert und verbessert. 1996 hat Volvo den Globetrotter XL vorgestellt, einer der ersten Lastwagen mit voller Stehhöhe von 193 cm im Fahrerhaus. Im Jahr 2002 erhielt der Fahrer- bereich neue Sitze und eine neue Instrumententafel; 2008 wurde ein neues Audio- und Videosystem eingeführt. Zu den weiteren, zeitgleich neu angebotenen Ausstattungsmerkmalen gehören eine Klappliege mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten sowie optional ein drehbarer Beifahrersitz.

Wie sieht die Zukunft aus?

Die gegenwärtigen Vorschriften für Nutzfahrzeuge in Europa erlauben keine Änderungen der Fahrerhaus-Aussenabmessungen. Dennoch gibt es fortwährende Bemühungen, den verfügbaren Platz besser zu nutzen und das Fahrerhaus an neue Regelungen anzupassen. «Das Globetrotter-Konzept war ein Weg zur Kombination von intelligenten Fahrerhauslösungen sowie zur Optimierung der Möglichkeiten für die Schaffung einer sicheren und komfortablen Arbeits- und Wohnumgebung - und diese Arbeiten werden immer noch fortgeführt», erläutert Rikard Orell, Leiter des Designbereichs bei Volvo Trucks. «Und es ist genauso wichtig, eine fortschrittliche Sicherheits- und Kommunikationsausrüstung anzubieten.»