OFFSHORING. Der Arbeitsmarkt für qualifizierte IT-Spezialisten ist in der Schweiz ausgetrocknet. Mit dem Platzen der Internet-blase zu Beginn dieses Jahrtausends wurden Berufe mit direkter Verbindung zur IT vermehrt hinterfragt. Zusätzlich verstärkt wurde dies durch vermeintliche Hiobsbotschaften wie den prophezeiten Abbau von tausenden IT-Stellen in der Schweiz durch globale Offshoring-Initiativen. Die Folgen für den Nachwuchs an qualifizierten IT-Arbeitskräften sind unterdessen nachweisbar. Gemäss Bundesamt für Statistik ist seit den Höchstwerten die Zahl der Eintritte an universitäre Hochschulen im Informatikbereich um rund 60% und im Bereich der Wirtschaftsinformatik sogar um etwa 75% dramatisch eingebrochen. Eine Stabilisierung oder Trendwende ist kurzfristig nicht absehbar. Was ist zu tun?

Die Prognose für den Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften im IT- Bereich lautet nach wie vor auf steigend. Denn in einem globalen Finanzmarkt sind hoch entwickelte IT-Lösungen die Voraussetzung für die Existenz eines Finanzinstituts. Dadurch nimmt der Bedarf an qualifizierten IT-Fachkräften überproportional zum allgemeinen Markt zu. Die Credit Suisse als eine der bedeutendsten IT-Arbeitgeberinnen in der Schweiz ist sich bewusst, dass der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeitende intensiver wird und hat deshalb unter anderem gezielt die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten ausgebaut, kombiniert mit neuen Laufbahnmodellen.

Neue interessante Arbeitsmodelle

Zu Unrecht werden Offshoring-Aktivitäten oft pauschal als simple Auslagerung von Arbeitsstellen ins billigere Ausland angesehen. Bei der Credit Suisse zum Beispiel wurden im Gegenteil neue, lukrative und interessante Arbeitsmodelle im Zusammenhang mit Offshoring geschaffen – gerade auch in der Schweiz. Ziel dabei ist, die Wertschöpfungskette zu optimieren und die durch die globale Ausrichtung entstandenen Opportunitäten zu nutzen. So wurden in den meisten Anwendungsgebieten nur diejenigen Arbeitsschritte ins Ausland verlagert, die keine business-spezifischen Fachkenntnisse erfordern – in der Regel sind dies Programmiertätigkeiten auf der Basis von vordefinierten Spezifikationen.Neue, in der Wertschöpfungskette höher angesiedelte Jobs, die es den Mitarbeitenden anhand von business-nahen IT-Projekten erlauben, sich ein kompetitives Fachwissen aufzubauen, bleiben dagegen in der Schweiz. Ausserdem steckt der Technologiebereich voller grosser Herausforderungen. Die Bandbreite umfasst ältere Technologien sowie Spitzentechnologie von Weltformat. Vor allem in den innovationsgetriebenen Bereichen, die einen sehr hohen Integrationsgrad aller Beteiligten erfordern, setzt man bewusst ausschliesslich auf ein Onshore Vorgehen in der Schweiz. Ein Beispiel ist das Zurich Information Security Center (ZISC – www.zisc.ethz.ch) unter der Leitung von Prof. David Basin, an dem die Credit Suisse intensiv beteiligt ist. Hierbei handelt es sich um eine Zusammenarbeit zwischen der ETH Zürich und verschiedenen Vertretern der Industrie sowie dem Eidgenössischen Department für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, das die Forschung und die Ausbildung von Information Security vorantreiben möchte. Die sehr gute Resonanz von ZISC hat die Verantwortlichen veranlasst, in einem ähnlichen Ansatz die Bildung eines Enterprise Computing Centers (ECC) zu starten, das seinen Fokus auf den Bau grosser Software Systeme legen wird.Dank dieser und verschiedensten anderen Initiativen und Prozessoptimierungen ist es der Credit Suisse seit 2003 gelungen, über 800 neue attraktive IT-Arbeitsplätze innerhalb der Schweiz zu schaffen.Die Erfahrungen, die Mitarbeitende der Credit Suisse in den verschiedensten IT-Bereichen auf globaler Ebene sammeln können, ermöglicht es ihnen auch, die «Front» innerhalb der Bank zu wechseln und einen Job direkt in einem Kundenbereich anzunehmen. Denn bankenspezifisches Know-how, das sich Mitarbeitende durch diverse IT-Projekte aneignen, gepaart mit der Fähigkeit, sich in einem globalisierten Umfeld durchzusetzen, sind Attribute, die zum Leidwesen des bereits ausgetrockneten IT-Arbeitsmarktes auch in den Kundenbereichen der Bank sehr gefragt sind. Diverse Karrieren, die ihren Ursprung im IT-Bereich einer Bank hatten, werden so im Businessbereich erfolgreich weitergeführt. Die neuen Anforderungen an IT-Mitarbeitende erfordern eine hohe Sozialkompetenz, Aufgeschlossenheit für internationale Zusammenarbeit, Interesse an bankfachlichen Aufgabenstellungen, planerisches Geschick, strategisches Denken und vor allem Leadership.Der Mangel an qualifizierten Spezialisten muss mit konkreten Massnahmen angegangen werden. Hierbei geht es insbesondere darum, begabten und an IT interessierten Perso-nen jeder Altersstufe Transparenz sowohl über die Anforderungen als auch die vielen Möglichkeiten in der IT zu bieten, die es jedem einzelnen ermöglicht, eine zukunftsgerichtete Berufsentscheidung zu treffen.

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Karrieremöglichkeiten

Für IT-Fachkräfte in der Schweiz ist die Finanzindustrie eine Arbeitgeberin, die interessante Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten bietet. Die Credit Suisse wird dieses Bewusstsein über verschiedene Projekte durch eine gezielte Kommunikation fördern. Letztlich geht es darum, mehr Menschen auf die zentrale Bedeutung der Informatik für die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft aufmerksam zu machen, damit wieder mehr Talente eine Herausforderung innerhalb der IT suchen, und es so Unternehmen wie der Credit Suisse erlauben, im globalen Markt der Finanzindustrie erfolgreich aufzutreten und einen wesentlichen Beitrag zur Wertschöpfung in der Schweiz zu leisten.