Sie wurde von einer Gruppe lokaler Galeristen gegründet und fand zum ersten Mal im Jahr 1970 statt. Seither hat sich die Art Basel zur prestigereichsten Kunstmesse der Welt entwickelt. Die aktuelle Wirtschaftslage ist derzeit die einzige Hürde - abgesehen davon kann sich die Art Basel nur selbst übertreffen. Ihre 40. Ausgabe ist vom 10. bis 14. Juni 2009 für das Publikum geöffnet.

Dieser wohl wichtigste Treffpunkt der internationalen Kunstwelt zieht alljährlich über 60000 Künstler, Sammler, Galeristen, Kuratoren und Kunstbegeisterte aus der ganzen Welt an. Erneut haben sich 99% der Aussteller vom vergangenen Jahr wiederum für den Sektor Art Galleries beworben. Die beachtliche Teilnehmerliste wird in diesem Jahr durch Johann König (Berlin), Dvir Gallery (Tel Aviv), Vitamin Creative Space (Guangzhou), Nils Staerk Contemporary Art (Kopenhagen) und J Crist Gallery (Boise, USA) verstärkt. Die Liste der Galerien mit klassischer Kunst des 20. Jhs. wird durch Knoedler & Company (New York), die Galerie Zlotowski (Paris) und die Galerie Susanne Zander (Köln) ergänzt. Zu den Spezialisten der Art Edition kommen die Galerie Helga Maria Klosterfelde (Hamburg) und die Galerie de Multiples (Paris) hinzu, während die Liste der Fotokunstgalerien durch die erneute Teilnahme der Galerie Zur Stockeregg (Zürich) erweitert wird. Nach einer kurzen Pause kehren auch die David Nolan Gallery (New York), Galle- ria Raucci/Santamaria (Neapel), Greene Naftali (New York), Stuart Shave/Modern Art (London) und Team Gallery (New York) an die Art Basel zurück.

Kunst im urbanen Umfeld

Auch in diesem Juni wird der Messeplatz unmittelbar vor den Hallen der Art Basel wieder zur Bühne für künstlerische Projekte im öffentlichen Raum. Acht Werke internationaler Kunstschaffender werden dort installiert. Es sind dies: Valentin Carron, General Idea, Mark Handforth, Jeppe Hein, Gabriel Kuri, Mathieu Mercier, John McCracken und Ken Price. Die Plattform Public Art Projects fördert das Verständnis für Kunst im öffentlichen Raum, indem sie Kunst in den urbanen Zusammenhang stellt und die Öffentlichkeit zur Interaktion einlädt.

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Der Sektor Art Statements umfasst in diesem Jahr 27 Einzelausstellungen junger Künstlerinnen und Künstler. Die Teilnehmer, die aus über 300 Bewerbungen ermittelt wurden, kommen aus 13 verschiedenen Ländern. Die ausgestellten Werke werden in der Regel eigens für diese viel beachtete Fördersektion geschaffen. Seit 1999 verleiht die Bâloise Versicherungsgruppe jedes Jahr den Bâloise-Kunstpreis im Wert von je 25000 Fr. an zwei herausragende Projekte der Art Statements. Dieses Jahr wurde der Preis auf insgesamt 60000 Fr. erhöht. Die Bâloise erwirbt zudem Werke der preisgekrönten Künstler und stiftet sie jeweils zwei bedeutenden Museen in Europa.

Dialog zwischen Künstlern

Der Sektor Art Premiere präsentiert dieses Jahr 19 von Galerien kuratierte Projekte, die Dialoge zwischen zwei Kunstschaffenden, Einzelpräsentationen eines Künstlers oder aussergewöhnliches Material von kunsthistorischer Bedeutung zeigen. Letzteres ist eine neue Kategorie innerhalb dieses Sektors, der auf die kuratorischen Aspekte der Galeriearbeit eingeht. Aus über 200 Bewerbern hat das Art Basel Committee Galerien aus China, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien, Norwegen, USA, Taiwan und Japan die 19 Projekte ausgewählt. Sie versprechen anregende, unerwartete und provokative Auseinandersetzungen, denn sie zeigen Werke unterschiedlicher kultureller Herkunft und Generationen sowie die unterschiedlichsten künstlerischen Ansätze.

Die erste Künstler-Oper

Ein gewohnt aufwendiges Rahmenprogramm ergänzt die Messe. Eine der spektakulärsten Veranstaltungen bei der diesjährigen Art Basel verspricht die Aufführung von «Il Tempo del Postino» am Theater Basel zu werden. Die britische Zeitung «The Independent» hat diese Schau nach ihrer bislang ersten und einzigen Darbietung in Manchester im Jahr 2007 als «erste Künstler-Oper der Welt» gepriesen. Es handelt sich um eine experimentelle, auf Zeit basierende Präsentation, für die eine Gruppe führender Künstler individuelle Werke schafft, die sich bis hin zu 15 Minuten erstrecken und die Bühne zum Ausstellungsort machen. Zu den prominenten Teilnehmenden gehören unter anderem Doug Aitken, Matthew Barney & Jonathan Bepler, Tacita Dean, Thomas Demand, Trisha Donnelly, Olafur Eliasson, Peter Fischli/David Weiss, Liam Gillick, Douglas Gordon, Carsten Höller, Pierre Huyghe, Koo Jeong-A, Philippe Parreno, Anri Sala, Tino Sehgal und Rirkrit Tiravanija & Arto Lindsay.

Morgendliche Diskussionen

Für die Art Basel Conversations werden jeden Morgen vom 10. bis 13. Juni prominente Mitglieder der internationalen Kunstszene eingeladen, um über Themen wie «Artistic Production: Collecting Performance» (Künstlerische Produktion: Das Sammeln von Performance), «The Future of the Museum: Digital Frontiers» (Die Zukunft des Museums: Digitale Grenzen) und «Public/Private: Institutions: A Time of Crisis - and Opportunity?» (Öffentlich/Privat: Institutionen: Eine Zeit der Krise - und der Gelegenheit?) zu diskutieren. Zudem wird im Forum Art Lobby jeden Nachmittag ein Programm mit Künstlergesprächen, Buchsignierungen, Diskussionsrunden und anderen Darbietungen stattfinden.

Das Art-Film-Programm zeigt im Stadtkino Basel auch in diesem Jahr ausgesuchte Filme. This Brunner, ein Sammler und fundierter Kenner der internationalen Filmszene, sowie der Künstler John Armleder werden je einen Abend mit Special Guests organisieren. Das weitere Art-Film-Programm mit vielen Kurzfilmen und Videos wird vom in Berlin lebenden Filmwissenschaftler Marc Glöde kuratiert.

Vom 12. bis 14. Juni 2009 wird das Art-Basel-Weekend mit speziellen Veranstaltungen wie Einzelausstellungen, Performances, Buchsignierungen etc. an den Ständen der mitwirkenden Galerien gefeiert. Im Rahmen der Art Basel Conversations und Art Lobby finden an diesem Wochenende zudem verschiedene Diskussionsrunden und Präsentationen statt, die sich speziell an Kunstkenner richten.