Der japanische Aktienmarkt hat die Anleger in der jüngsten Vergangenheit enttäuscht. Der immer wieder erhoffte Aufschwung ist in Japan ausgeblieben. Im Vergleich zum Boomjahr 1989 notiert der Nikkei-Index heute rund 80% tiefer. Marktkenner gehen davon aus, dass allein die tiefen Kurse eine Absicherung nach unten bieten. Das Aufwärtspotenzial ist höher als in anderen Weltregionen. Ritsuko Sakami, Portfolio-Manager des Japan Equity von JP Morgan, sieht es als Vorteil, dass Japans Kreditsektor vom amerikanischen Subprime-Debakel nicht betroffen ist. Das Kreditwachstum hat sich innerhalb des letzten Jahres kontinuierlich nach oben entwickelt. Trotzdem gibt es immer noch Hindernisse für einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung. Der japanische Immobilienindex hat sich seit 2007 halbiert. Das hat auch den Nikkei nach unten gedrückt.

Die Preiskorrektur an den Immobilienmärkten hat speziell in den Agglomerationen bereits eingesetzt. Der negative Trend ist im Aktienmarkt aber bereits eskomptiert. Im Gleichschritt mit der Weltwirtschaft schwächt sich das Wachstum auch in Japan ab. Entscheidend sind jedoch die Gewinnerwartungen bei den Unternehmen. Mit dem drastischen Rückgang des Ölpreises in den letzten Wochen hat sich die Situation für die japanischen Firmen zum Guten gewendet. Zudem wird die Effizienz in den Unternehmen laufend gesteigert.

Grosses Expansionspotenzial

Ritsuko Sakami sieht gute Gründe für eine nachhaltige Erholung in der japanischen Wirtschaft. Wichtig für den japanischen Aufschwung wird vor allem der Export. Konjunkturexperten sehen ein enormes Expansionspotenzial vorab in den rasch wachsenden asiatischen Märkten. Im Vordergrund stehen dabei China, Russland und Indien. Mit der Entlastung bei den Rohstoffpreisen hat sich die Kostensituation für die japanischen Firmen markant verbessert.

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Pay-out-Ratio verbessert

Die japanischen Unternehmen wurden durch eine intensivierte Corporate Governance auch dazu gezwungen, ihre Pay-out-Ratio zu erhöhen. Die Pension Fund Association (PSA) hat sich im letzten Jahr ein Ziel von 10% Return on Equity für alle bösenkotierten Gesellschaften gesetzt, in die sie investiert. Gleichzeitig sind Aktien-Rückkaufprogramme gestartet worden.

Damit ein Engagement in japanische Aktien rasch Aussichten auf Erfolg hat, lohnt es sich, in unterbewertete Titel zu investieren. Viele Aktien notieren unter dem Buchwert. Ritsuko Sakami verfolgt beim Japan Focus Fund von JP Morgan sowohl einen Value- als auch einen Contrarian-Ansatz. Es werden Titel ins Portfolio aufgenommen, die tief notieren und bei der Anlegerschaft ausser Mode gekommen sind.