Diese Ansicht vertritt jedenfalls die Axpo. Sie argumentiert, dass Teile des 220-Kilovolt-Netzes «gar nicht an den Übertragungsaufgaben des Schweizer Netzes beteiligt sind», wie es in einer Stellungnahme heisst. Die Axpo will die Leitungen deshalb nicht abgeben. Erhielte sie Recht, würde sie zwei Drittel ihrer Hochspannungsleitungen behalten: Während die 380-Kilovolt-Leitungen wie vorgesehen an die Swissgrid gehen, verblieben laut Axpo-Sprecher Erwin Schärer 1120 der 1290 Kilometer langen 220-Kilovolt-Leitungen bei der Axpo.

Im Juli gelangten Axpo und Swissgrid wegen diesem Streitfall an die Aufsichtsbehörde des Strommarktes, die Elcom. Der vor wenigen Tagen veröffentlichte Entscheid des Elcom gibt der Swissgrid grundsätzlich recht und fordert die Axpo auf, bis auf wenige Ausnahmen alle ihre Übertragungsleitungen abzutreten.
Noch ist der Entscheid aber nicht rechtskräftig, zudem kann er von der Axpo zuerst ans Bundesverwaltungsgericht und danach ans Bundesgericht weitergezogen werden, wie Elcom-Sprecher Frank Rutschmann bestätigt. Die Axpo hat laut Sprecher Schärer noch nicht über das weitere Vorgehen entschieden.