Die Bauwirtschaft ist ein äusserst wichtiges Standbein der gesamten schweizerischen Volkswirtschaft. Sie generiert einen jährlichen Umsatz von über 50 Mrd Fr. und beschäftigt gut 500000 Arbeitnehmende.

Steigende Bauinvestitionen

Gemäss den neusten Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) sind die Bauinvestitionen (ohne öffentliche Unterhaltsarbeiten) im Jahr 2009 um 1,9% auf 50,2 Mrd angestiegen, während das Bruttoinlandprodukt laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) um 1,5% gesunken ist. Bei den Bauinvestitionen handelt es sich um Investitionen in Neu- wie auch in Umbauten. In den Neubau wurden 33 Mrd investiert, was einer Zunahme von 1,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Im Umbausegment war der Anstieg noch markanter und betrug innert Jahresfrist 2,1% auf 17,1 Mrd Fr.

Erfreulicherweise bedeutet Neubau längst nicht mehr immer Bauen auf der grünen Wiese. Gerade im Wohnungsbau werden vermehrt ältere Häuser abgebrochen.Wie eine im Frühling erschienene Mitteilung des kantonalen statistischen Amtes erläuterte, hat beispielsweise im Kanton Zürich der Abbruch von Wohnraum zwischen 2003 und 2008 markant zugenommen. Hier sind innert fünf Jahren 9300 zusätzliche Wohnungen durch Wiederverwertung von bereits überbautem Land entstanden, was immerhin einem Viertel aller neu gebauten Wohnungen entspricht. In der Stadt Zürich entstand sogar die Mehrheit der neuen Wohnungen durch Ersatzneubau.

Anzeige

Für 2010 rechnet das Bundesamt für Statistik (BFS) mit einem Anstieg der Bauinvestitionen um 3%. Die Bauinvestitionen in Neubauprojekte dürften sich um 2,5% erhöhen, für die Umbauprojekte rechnet das BFS gar mit einem Anstieg von 4,3%. Auch gemäss dem Bauindex Schweiz - dem von Credit Suisse und Schweizerischem Baumeisterverband publizierten Barometer der Baukonjunktur - läuft die Bauwirtschaft bisher wie geschmiert. Der Bauindex liegt gegenüber dem Vorjahresquartal um vier Punkte höher. Aufgrund einer erfreulichen Auftragslage aus dem öffentlichen Sektor zeigt sich gerade der Tiefbauindex konjunkturresistent, wie es im Bauindex Schweiz zum 3. Quartal heisst.

Energetische Sanierung

Aber nicht nur wertmässig ist die Bautätigkeit bedeutsam. Da ist einmal unser dichtes und gut erschlossenes schweizerisches Verkehrsnetz, ein Netz, das es laufend zu unterhalten gilt. Aber auch im Hochbau kommen neben Schulhäusern, Spitälern und anderen öffentlichen Bauten seit Jahren rund 40 000 neue Wohnobjekte dazu. Und den älteren Bestand des Gebäudeparks gilt es zu erneuern und energetisch zu sanieren. Erfreulicherweise sind bis Mitte Jahr im Bereich der Gebäudehülle rund 14 000 Fördergesuche im Umfang von 123 Mio Fr. im Rahmen des Gebäudeprogramms von Bund und Kantonen zur Unterstützung energetischer Sanierungen eingegangen. Hinzu kommen zahlreiche geförderte Projekte für erneuerbare Energien, Abwärmenutzung sowie Haustechnik.