Wie immer bei einem Meinungswandel ist die Gefahr gross, dass das Pendel von einem Extrem ins andere ausschlägt. Anleger haben mit strukturierten Produkten in den volatilen Finanzmärkten nicht nur positive Renditen erzielt, sondern mussten zum Teil in den letzten Monaten und vor allem Wochen Enttäuschungen erleiden. Dies mündet oft in einen Vertrauensverlust und lässt die Frage aufkommen, ob diese Produkte für das eigene Portfolio überhaupt geeignet sind. Diese Überlegungen sind durchaus gerechtfertigt. Doch wie bei allen anderen Anlagen in Aktien, Anlagefonds, Bonds etc. geht es auch bei der Frage, inwiefern künftig strukturierte Produkte im eigenen Depot eingesetzt werden sollen, nicht um Schwarz oder Weiss, sondern um eine sachliche und differenzierte Abwägung. Es besteht kein Zweifel, dass strukturierte Produkte vor der grössten Bewährungsprobe stehen, seit sie über die letzten fünf Jahre ihren Anteil in den Anlegerdepots auf fast 7% steigern konnten. Die Entwicklung der letzten Tage und Wochen an der Wall Street und in Europa konnte in diesem Ausmass nicht vorhergesehen werden. Zudem sanken die Kurse zahlreicher Produkte mit bedingtem Kapitalschutz derart tief (bzw. unter die Barriere, die den bedingten Kapitalschutz auflöst), dass Investoren, neben dem oft attraktiven Coupon, tiefer bewertete Titel geliefert bekamen.

Nicht schlechter als Direktanlage

Aber diese Anleger sind nicht schlechter gefahren, als wenn sie direkt in diese Titel investiert hätten. Ebenso sind Anleger, die in kapitalgeschützte Produkte erstklassiger Emittenten investiert haben, mit ihren strukturierten Produkt relativ gut gefahren.Mit dem Ziel einer verbesserten Anlegerinformation erstellt der Schweizerische Verband für Strukturierte Produkte (SVSP) eine einfache und verständliche Produktekategorisierung. Darüber hinaus evaluiert der Verband die Einführung einer Risikokennzahl. Indessen beziehen sich sowohl Kategorisierung als auch Risikokennzahl primär auf die Struktur per se und nicht auf die Volatilität des Basiswertes oder die Bonität der Gegenpartei. Im Sinne einer umfassenden Risikoaufklärung der Anleger müssen die beiden letztgenannten Aspekte jedoch ebenfalls zwingend berücksichtigt werden. Nur so kann der Anleger eine vollständige Transparenz bezüglich der möglichen Renditen und Risken erhalten.

Vorteile bei richtigem Einsatz

Global führende Anbieter arbeiten mit Hochdruck daran, diese Vorteile den Investoren künftig noch besser zugänglich zu machen. Und zwar in mehrfacher Hinsicht. Zum einen werden die geläufigen Produktestrukturen individuell massgeschneidert und Produkte noch wesentlich schneller und effizienter als bisher emittiert. Zum anderen werden laufend weitere attraktive Basiswerte bzw. Underlyings erschlossen – angefangen von weiteren Commodities über attraktive Themen/Indizes bis hin zu den als «Hidden Assets» bezeichneten Underlyings «Volatilität» und «Korrelation». Insbesondere Letztere stellen für die Portfoliodiversifikation eine echte Bereicherung dar, wenn auch wegen deren Komplexität primär für institutionelle bzw. versierte private Anleger. Sowohl für private als auch institutionelle Anleger sehen wir noch ein besonders grosses Potenzial in research-basierten, breit abgestützten Anlagen in wachstumsorientierte Themen/Indices wie Wasser, alternative Energien, Global Warming u.ä. Bezüglich der Vielfalt der Strukturen rechnen wir hingegen eher mit einem «Back to the roots», das heisst zurück zu den einfacheren und damit für den Anleger leichter nachvollziehbaren Strukturen.

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Alle diese Entwicklungen dienen den Interessen der Anleger und werden diesen künftig attraktive Anlagemöglichkeiten verschaffen, vorausgesetzt, der Einsatz der entsprechenden Produkte erfolgt mit dem nötigen Verständnis und Risikobewusstsein.