Goldman Sachs meldete vergangene Woche ein Glanzresultat, JP Morgan oder die Bank of America wiesen Gewinne aus. Der Grund ist das florierende Anleihengeschäft. Allerdings hat sich auch gezeigt: Anleger, und hier insbesondere die wohlhabenden Kunden, trennen klar zwischen Banken, denen sie ihr Geld anvertrauen, weil sie hier kaum die Gefahr einer Pleite sehen, und anderen Banken, die nach ihrer Meinung weiter unter Druck stehen.

Zur ersten Kategorie zählt die Credit Suisse, zur zweiten die UBS (siehe Box). Die CS, die heute Mittwoch die Ergebnisse des 2. Quartals präsentiert, hat die Finanzkrise vergleichsweise gut gemeistert.

Wer Anfang März Nerven und Glück hatte und die Aktie kaufte, wurde mit einer Kursverdoppelung belohnt. Allerdings stösst jetzt selbst die Credit Suisse an die Grenzen des Wachstums. Die Investmentbanksparte dürfte, so hat das Management durchblicken lassen, zwar ein gutes Ergebnis ausweisen. Dieses wird freilich unter dem starken Vorquartal ausfallen, als ein Gewinn von 2,4 Mrd Fr. resultiert hatte: Übrigens: Dieser Betrag beläuft sich auf fast drei Viertel des Gewinns der beiden ersten Quartale 2007 - damals, als der Wirtschaftshimmel noch wolkenlos war. Scharf beobachtet und kommentiert werden dürfte der Netto-Neuzufluss im CS-Vermögensverwaltungsgeschäft. Hier wird gemäss Analystenkonsens ein Plus von 7,5 Mrd Fr. erwartet.

Belastend für die CS wirkt hingegen eine Praxis aus Krisenzeiten: In den letzten zwei Jahren wurden die eigenen Schulden infolge der gefallenen Marktpreise jeweils deutlich niedriger bewertet. Damit wurde ein Spielraum geschaffen, um eigene Aktiven nicht abzuschreiben. Jetzt müssen aber wegen der besseren Marktsituation von kumulierten 6,9 Mrd Fr. geschätzte 300 Mio Fr. aufgewertet werden. Dies dürfte das Gesamtergebnis belasten. Wenn die Credit Suisse diese Verbindlichkeiten nicht selber rasch zurückkauft, wird sie diesen Betrag noch eine Weile gewinnbelastend vor sich hinschieben. Dennoch zählt die Credit Suisse laut Analysten zu den unbestrittenen Gewinnern der Branche - massive Einschnitte beim Personal oder in der Bilanz werden nicht erwartet.

Anzeige