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Banken
Die Credit Suisse schüttet das Füllhorn aus

Tidjane Thiam, CEO of Switzerland's second biggest bank Credit Suisse (CS), speaks during the general assembly at the Hallenstadion in Zurich, Switzerland, Friday, April 28, 2017. (KEYSTONE/Ennio Leanza)
Tidjane Thiam: Der CEO betreibt Kurspflege.Quelle: KEYSTONE/Ennio Leanza

Die Aktionäre erhalten ein frühes Weihnachtspräsent: Die CS kauft für 1,5 Milliarden Franken eigene Titel - und verspricht mehr Dividende.

Veröffentlicht am 12.12.2018

 

Nach Abschluss des dreijährigen Konzernumbaus will die Credit Suisse ihre gebeutelten Aktionäre mit milliardenschweren Ausschüttungen versöhnen. Über Aktienrückkäufe und Dividenden sollen in den nächsten zwei Jahren rund vier Milliarden Franken an die Eigner fliessen, wie die zweitgrösste Schweizer Bank am Mittwoch anlässlich eines Investorentages in London mitteilte.

 

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Denn dank des wetterfesteren Geschäftsmodells rechnet das Institut trotz des aktuellen Gegenwindes von den Finanzmärkten mit Gewinnsteigerungen in den kommenden Jahren. «Wir sind für harte Zeiten ziemlich gut aufgestellt», erklärte Konzernchef Tidjane Thiam.

CS startet ein Aktienrückkaufprogramm

Für Credit Suisse zahlt sich der radikale Schwenk von einer Investmentbank hin zu einem Vermögensverwalter für reiche Privatkunden aus, die Thiam während dreier Jahre durchpeitschte. Die Bank hat die Kosten um ein Fünftel gesenkt und die Bilanz mit zwei Kapitalerhöhungen im Volumen von rund zehn Milliarden Franken gestärkt.

Ein Teil des Kapitals soll nun wieder an die Eigner ausgeschüttet werden. 2019 peilt Credit Suisse einen Aktienrückkauf im Volumen von 1,0 bis 1,5 Milliarden Franken an. Für 2020 stellte das Institut Transaktionen in ähnlichem Umfang in Aussicht. Insgesamt ist die Bank an der Börse zur Zeit rund 28 Milliarden Franken wert, wie die folgende Grafik des Datenanbieters Statista zeigt. Auch der Rivale UBS hatte zu Jahresbeginn ein rund zwei Milliarden Franken schweres Aktienrückkauf-Programm aufgelegt.
 

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Abwärtskurs: Die Schweizer Grossbanken haben heuer massiv an Wert verloren.
Quelle: Statista

Anleger reagieren skeptisch

Die vor allem auf reiche Unternehmer ausgerichtete Strategie funktioniere, erklärte Thiam. Die Bank erwirtschafte jetzt mit weniger Risiken mehr Gewinn. «Wir mögen diese Bank viel besser als die frühere», sagte der Franko-Ivorer. Mit der erfolgreichen Sanierung hat der Zürcher Konzern einen Vorsprung auf die Deutsche Bank, die ungefähr gleichzeitig mit dem Umbau begann. Doch während die Frankfurter noch Tausende von Stellen abbauen wollen, sollen solche umfassenden Programme bei Credit Suisse der Vergangenheit angehören, wie ein Firmensprecher sagte.

Thiam gab sich für den Umbau gute Noten. Und tatsächlich hat er mit Ausnahme des Ertragsziels für die eingedampfte Handelssparte die Vorgaben erfüllt. Bei den Anlegern überwiegt dennoch die Skepsis. Seit seinem Amtsantritt im Sommer 2015 hat die Aktie über die Hälfte an Wert verloren und damit schlechter abgeschnitten als der europäische Branchenindex. Am Mittwoch notierten die Aktien kaum verändert. Die Analysten von Citigroup erklärten, sie hätten sich vom Investorentag mehr erhofft, die Ziele des Unternehmens seien wenig ambitioniert. Zudem blieben die Markterwartungen wohl gedämpft, bis mehr Klarheit herrsche, ob die Bank auch wirklich liefere.

2018 schreibt die CS schwarze Zahlen

2018 dürfte Credit Suisse nach drei Jahren mit Verlusten erstmals wieder einen Gewinn einfahren. Danach hat sich die Bank weitere Verbesserungen vorgenommen. Für 2019 peilt die Credit Suisse eine Eigenkapitalrendite von zehn bis elf (2018: rund sechs) Prozent an. Dies entspreche einem Gewinn von 4,0 bis 4,4 Milliarden Franken.

2020 dürfte die Eigenkapitalrendite auf elf bis zwölf Prozent klettern und in den folgenden Jahren zwölf Prozent übertreffen. Neben einem guten Vermögensverwaltungsgeschäft rechnet die Bank auch dank geringerer Finanzierungs- und Restrukturierungskosten sowie einer sinkenden Steuerlast mit Rückenwind.

(reuters/mbü)