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Die Deutsche Bank schreibt tiefrote Zahlen

Deutsche-Bank-Chef John Cryan: Auch sein Institut schreibt wegen der US-Steuerreform rote Zahlen.

Die Deutsche Bank präsentiert für letztes Jahr einen massiven Verlust. Ohne die US-Steuerreform hätte das Institut aber viel verdient.

Veröffentlicht am 02.02.2018

Die US-Steuerreform hat der Deutschen Bank das dritte Jahr mit roten Zahlen in Folge eingebrockt. Wie Deutschlands grösstes Geldhaus am Freitag in Frankfurt mitteilte, stand im vergangenen Jahr ein Verlust von einer halben Milliarde Euro zu Buche. Ohne die Steuerbelastung in Höhe von 1,4 Milliarden Euro, die im vierten Quartal verbucht wurde, hätte das Institut einen Gewinn von rund 900 Millionen Euro eingefahren.

2016 hatte unter anderem eine Milliardenstrafe in den USA für einen Jahresverlust von 1,4 Milliarden Euro gesorgt, 2015 musste Vorstandschef John Cryan ein Minus von 6,7 Milliarden Euro melden – den höchsten Verlust in der bald 150-jährigen Geschichte der Bank.

Verhalten optimistischer Bankchef

Cryan, der die Leitung des Instituts vor drei Jahren übernahm und die Bank seitdem saniert, gab sich nun verhalten optimistisch, auch weil vor Steuern ein Gewinn von 1,3 Milliarden Euro zu Buche stand: «2017 haben wir den ersten Vorsteuergewinn seit drei Jahren verzeichnet – und das trotz eines schwierigen Marktumfeldes, niedriger Zinsen sowie weiterer Investitionen in Technologie und Kontrollsysteme», sagte der Brite. «Wir haben also Fortschritte gemacht, sind aber mit unseren Ergebnissen noch nicht zufrieden.» Cryan hatte bereits Anfang des Jahres eine Gewinnwarnung veröffentlicht, insofern trifft der jetzt bezifferte Verlust die Finanzmärkte nicht unvorbereitet. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem Minus von 290 Millionen Euro gerechnet.

Unter der grössten Steuerreform in den USA seit drei Jahrzehnten leiden alle dort aktiven Banken gleichermassen – auch die heimischen Häuser – weil einmalig hohe Abschreibungen fällig werden. Langfristig werden die Institute aber profitieren. In den vergangenen Wochen hatten unter anderem JP Morgan, Morgan Stanley, die Citigroup und Goldman Sachs teils Milliarden wegen dieses Effekts verloren, allerdings blieb ihnen unter dem Strich immer noch ein satter Gewinn. Bei der grössten US-Bank JP Morgan beispielsweise kratzte der Steuereffekt in Höhe von fast zweieinhalb Milliarden Dollar kaum am Gesamtergebnis von 24,4 Milliarden Dollar.

Geschäft der Investmentbank schwächelt

Wie die US-Banken bekam auch die Deutsche Bank den zuletzt mauen Handel an den Weltbörsen und die Zurückhaltung vor allem grosser Investoren zu spüren. Von Oktober bis Dezember seien die Erträge der Investmentbank deshalb um 16 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro zurückgegangen, teilte die Bank mit. Im Handel mit Anleihen und Währungen habe der Rückgang 29 Prozent betragen, im Aktienhandel 25 Prozent.

(reuters/mbü)

 

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