Die deutsche Wirtschaft warnt vor negativen Folgen der angekündigten Streiks bei Deutscher Bahn und Lufthansa. «Streiks im Güterverkehr führen bereits nach wenigen Tagen zu Produktionsstörungen, weil Bahntransporte oft nicht kurzfristig auf Strassen oder Schiffe verlagert werden können», sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Achim Dercks, am Dienstag zu Reuters.

Der Anteil der Schiene im Güterverkehr liegt bei rund 16 Prozent. In Schlüsselbranchen wie der Automobilindustrie seien Zuliefer- und Produktionstermine genau aufeinander abgestimmt (Just-in-time-Produktion). «Warenlager helfen nur die ersten Tage, dann stockt die Fertigung» warnte Dercks.

Wichtige Teile kommen per Flugzeug

Auch im Luftverkehr gelte: Je länger ein Streik, desto schwerer die Produktionsstörungen. «Gerade weil per Luftfracht besonders wertvolle und wichtige Teile transportiert werden», sagte der DIHK-Vize. «Wenn zusätzlich Geschäftstermine nicht eingehalten werden, kann das auch Aufträge kosten.»

Die Lokführer wollen den Bahnverkehr ab Dienstagabend weitgehend lahmlegen. Die Gewerkschaft GDL rief für die Zeit von 21 Uhr bis 06 Uhr zu ihrem ersten längeren bundesweiten Streik im diesjährigen Tarifkonflikt auf. Die Piloten der Lufthansa bestreiken nach der Passagiersparte nun die Fracht-Airline. Die Flugzeugführer von Lufthansa Cargo werden aufgerufen, am Mittwoch und Donnerstag nahezu den kompletten Tag die Arbeit niederzulegen. Trotzdem sollen nach Angaben von Lufthansa Cargo alle geplanten Flüge abheben.

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(reuters/gku)