1. Home
  2. Unternehmen
  3. Google-Mutter Alphabet schmerzt die Strafe aus Brüssel

Internet
Die EU-Busse schmälert den Gewinn von Alphabet

Alphabet_Google
Alphabet: Im zweiten Quartal steigt der Umsatz deutlich.Quelle: Keystone

Der Mutterkonzern von Google hat wegen der Strafe aus Brüssel weniger verdient. Das Quartalsergebnis überzeugt die Anleger dennoch.

Veröffentlicht am 24.07.2018

Der Google-Mutterkonzern Alphabet bekommt seine Kosten in den Griff und wird profitabler. Die operative Marge stieg im zweiten Quartal auf 24 Prozent von 22,5 Prozent zu Jahresbeginn. Der Gewinn litt allerdings unter der Rekord-Kartellstrafe der EU-Kommission von mehr als vier Milliarden Euro. Der Überschuss sank unter Berücksichtigung der Strafe auf 3,2 Milliarden Dollar nach 3,52 Milliarden Dollar vor einem Jahr. Investoren zeigten sich dennoch überzeugt: Die Aktie legte im nachbörslichen Handel um 3,6 Prozent zu.

Trotz des Streits über sein Betriebssystem Android und eine Reihe von Auflagen der Kartellbehörden stellte Google seine Dominanz auf dem Online-Werbemarkt erneut unter Beweis. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz nun seit zwei Jahren in jedem Quartal um mehr als 20 Prozent erhöhen. «Es gibt keinen Zweifel an der Vorherrschaft von Google auf den Markt für digitale Werbung», lobte Analyst Richard Kramer von Arte Research. Gleichwohl sei der Ausblick weiter von Bedenken wegen der Kostenentwicklung belastet.

Mehr Umsatz als ewartet

Der Suchmaschinenbetreiber konnte Umsatz und Gewinn kräftiger steigern als erwartet. Der Umsatz legte auf 32,66 Milliarden Dollar zu. Analysten hatten mit 32,17 Milliarden Dollar gerechnet.

Die EU-Wettbewerbshüter hatten dem kalifornischen Unternehmen vorgeworfen, seine Dominanz bei Software für Mobilgeräte auszunutzen und eine Strafe von 4,3 Milliarden Euro verhängt. Das Unternehmen habe Smartphone-Herstellern und Mobilfunknetzbetreibern seit 2011 unzulässige Vorschriften für die Verwendung von Android gemacht und verlangt, bestimmte Google-Apps vorzuinstallieren.

Trump äussert Kritik

Damit habe Google Android dazu verwendet, die marktbeherrschende Stellung seiner Suchmaschine zu festigen, hatte die EU-Kommission argumentiert. Alphabet weist die Vorwürfe zurück und will Rechtsmittel einlegen.

Auch US-Präsident Donald Trump hatte die Strafe gegen Google scharf kritisiert und als weiteren Beleg für seine These herangezogen, dass die EU die USA ausnutze. Schon im vergangenen Jahr hatte eine Strafe der EU-Kommission von 2,4 Milliarden Euro das Ergebnis von Google belastet. Ein dritter Fall wegen des Anzeigendienstes Adsense ist noch anhängig. Allerdings verfügt Google über Finanzreserven von 89 Milliarden Euro.

(reuters/mbü/bsh)

Anzeige