Jetzt kommt auch der wichtigste Wachstumstreiber für die Schweizer Konjunktur wieder auf Touren: «Der Schweizer Aussenhandel wird sich 2010 ganz sicher besser als in diesem Jahr entwickeln», sagt Daniel Küng, der Chef der Aussenhandelsplattform Osec. «Ich persönlich gehe von einem Wachstum von 4 bis 5% aus.» Sollte sich die Konjunktur in der EU und in den USA schneller als erwartet erholen, dann dürfte laut Küng das Exportvolumen zusätzlich anwachsen.

Starke Impulse erhalten die exportorientierten Firmen von den Schwellenländern wie Brasilien, Indien und China. Laut Osec erzielt die Schweiz derzeit in den Ländern, die am stärksten wachsen, die höchsten Zuwachsraten. Markant zulegen werden 2010 die Nahrungsmittel- und die Pharmabranche.

Diese Prognosen sind Balsam für die gebeutelten Schweizer Exporteure, denn die Ausfuhren werden dieses Jahr bis zu 13% zurückgehen. Besonders hart getroffen hat es die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, wo in den ersten Monaten dieses Jahres ein Minus von 23,4% resultierte. Entsprechend vorsichtig gibt sich noch Swissmem-Präsident Johann N. Schneider-Ammann: «Wir sind bestenfalls in der Normalität zurück.» Der bescheidene Aufschwung finde nur dann statt, wenn die Mem-Industrie in Deutschland und der EU ihre Brötchen erkämpfe, so Schneider-Ammann.

Für Economiesuisse-Präsident Gerold Bührer ist klar: Die Schweiz müsse sich aussenpolitisch stärker als in der jüngsten Vergangenheit auf die EU fokussieren, sagt er im «Handelszeitung»-Interview. «Unter den gegenwärtigen und absehbaren Bedingungen halte ich den bilateralen Weg mit der EU nach wie vor für die wirtschaftlich und politisch beste Variante.»

Anzeige