«Wenn die Ölpreise noch mehr steigen, wird sich das über kurz oder lang auf die Ticketpreise niederschlagen», kündigt Swiss-Chef Christoph Franz im Interview mit der «Handelszeitung» an. Vor allem Reisen nach Übersee schlagen bald stärker zu Buche – und dies, obwohl die Airlines erst in den letzten Tagen neue Treibstoffzuschläge verordneten. Die Passagiere akzeptieren laut Franz die Preisaufschläge aber nur bis zu einem gewissen Grad.

Anders im Europa-Geschäft: «Hier ist der Wettbewerbsdruck so hoch, dass wir Treibstoffzuschläge schwerer durchsetzen können.» Spurlos gehen die Erhöhungen an der Kurzstrecke jedoch nicht vorbei: Die Preise werden nicht mehr sinken wie in den letzten Jahren. «Das ist schon fast ein Novum.»

Neben hohen Kerosinpreisen bereiten dem obersten Swiss-Kapitän die immensen Sicherheitskosten Sorgen. «Es kann nicht sein, dass diese sich regelmässig um 100 bis 200% erhöhen.» Franz fordert deshalb eine Kostenübernahme durch den Bund.

Zudem verlangt er vom Staat «eine vernünftige Entwicklung der nationalen Luftfahrt-Infrastruktur». Mit Lärmeinschränkungen würde dies verhindert. «Das ist gefährlich in einem Land, das wie kein anderes von der globalen Welt abhängig ist.» Die Flughäfen sollen, so Franz, nationalen und nicht wie bisher regionalen Entscheiden unterliegen. Ohne diese Kompetenzverlagerung drohe die Schweiz ihren Standortvorteil der internationalen Vernetzung zu verlieren.

Diese baut die Swiss mit einem neuen Direktflug von Zürich nach Schanghai ab dem 9. Mai aus. Weitere neue Destinationen hat Franz auf seiner Wunschliste, wie etwa Peking oder San Francisco.