Die hiesigen Transporteure steigerten in den vergangenen Jahren ihre Leistungs­fähigkeit, Produktivität und Effizienz; sie bieten heute qualitativ hochstehende Dienstleistungen in der Güterversorgung an, welche auf die Markt- und Kundenbedürfnisse zugeschnitten sind. Es sind dies Dienstleistungen, die allerdings nicht zum Nulltarif zu haben sind.

Im Gegenteil: Die Aufwendungen stiegen kontinuierlich. Die Gründe dafür sind nach Ansicht des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag:

  • Mehraufwendungen für die staatlich vorgeschriebene Aus- und Weiterbildung der Chauffeure (siehe Seite 54);
  • zusätzliche Anforderungen an die Sicherheit und das Qualitätslevel;
  • IT-Folgekosten und die zunehmende staatliche und fiskalische Belastung.

Ein Ende dieser Kostensteigerungen zeichnet sich nicht ab. Es ist noch nicht lange her, forderte Verkehrsministerin Doris Leuthard einen höheren Benzinpreis.

Vernachlässigtes Verkehrsnetz

Auch die zunehmenden, regelmässigen und oft grossflächigen Staus auf dem vom Staat in den letzten zwei Jahrzehnten sträflich vernachlässigten Strassennetz haben Produktivitätsverluste und höhere Lohnstückkosten zur Folge. An den Schweizer Transporteuren liegt dies nach Meinung des Astag nicht. Von den rund 9,5 Milliarden Franken, welche die Automobilisten und Motorradfahrer sowie das Transportgewerbe an Steuern und Abgaben abliefern, werden über 40 Prozent zweckentfremdet für andere Ausgaben im Bundeshaushalt – also nicht für den Ausbau und den Unterhalt der Strasseninfrastruktur – verwendet.

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Das Transportgewerbe bewegt sich in der Schweiz in einem äusserst anspruchsvollen Umfeld. Sollen die Strassentrans­porteure auch morgen in der Lage sein, ihre Aufgaben im schweizweiten Stückgut-, Teil- und Wagenladungsverkehr voll im Dienste der Volkswirtschaft erfüllen zu können, so kommen sie nicht um eine Erhöhung der Frachtraten herum. Damit können sie die gestiegenen Kosten einigermas­sen auffangen. Der Astag geht deshalb im Stückgut- und Überlandverkehr von steigenden Transportpreisen aus. Laut einer Branchenumfrage dürften die Frachtpreise – unterschiedlich nach Betrieb, Transportsparte und Kostenkalkulation – 2015 um rund 3 Prozent aufschlagen. Die Erhöhungen müssen jedoch individuell zwischen Auftraggeber und Spediteur ausgehandelt werden.

Dieselbe Entwicklung zeigt sich im Übrigen auch im internationalen Verkehr. Auch dort ist ein Anstieg der Kosten zu ­erwarten. Die Preissteigerungen werden relationsbezogen unterschiedlich ausfallen, dürften aber gemäss einer Umfrage ebenfalls bis zu 3 Prozent ausmachen.

Astag: Die neue Direktorin kommt von der Suva

Judith Fischer - Die 51-jährige Juristin ist die neue Chefin des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes Astag, Bern. ­Fischer tritt die Nachfolge von Michael Gehrken an, der Mitte dieses Jahres in die Privatwirtschaft gewechselt hat. ­Fischer ist seit 2005 bei der Suva in Luzern als Generalsekretärin tätig. Zuvor war sie während vier Jahren in der Funktion als Gesamtprojektleiterin USIS beim Bundesamt für Polizei in Bern engagiert. Dank dieser Arbeit an einem nationalen Projekt zur Harmonisierung des schweizerischen Sicherheitssystems unter der Co-Leitung der damaligen Vorsteherin des EJPD und der Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) kennt sie die Bundesverwaltung und versteht die föderalistische Funktionsweise des schweizerischen Systems. Auch das eidgenössische Parlament und seine Abläufe sind ihr seit Jahren vertraut. Fischer schloss ihr Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Freiburg 1989 ab und arbeitete nach diversen Rechtspraktika während sechs Jahren bei der Staatsanwaltschaft Graubünden als Untersuchungsrichterin. Anschliessend war sie drei Jahre als Leiterin der Sicherheits- und Verkehrspolizei St. Gallen tätig. Die neue Astag-Direktorin ist Mitglied der CVP und lebt in Cham ZG.

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