CYRILLE DE MONTGOLFIER . Das Einzelleben-Geschäft entwickelt sich in der Versicherungsbranche rückläufig. Wie stemmt sich Axa Winterthur gegen diesen Trend?

Cyrille de Montgolfier:

Der Markt mit Einzelleben-Versicherungen hat sich seit der Einführung der Stempelsteuer vor knapp zehn Jahren zurückgebildet. Die Kunden suchen Lösungen für ihre Vorsorge, sind aber unsicher, ob sie dabei eine Bank, eine Versicherung oder beide brauchen. Die Assekuranz verfügt heute praktisch nur über Versicherungsprodukte. Dabei benötigen wir umfassende Lösungen, um die verschiedensten Bedürfnisse der Kundschaft abzudecken. Der Vorsorgemarkt, speziell auch für die Generation der über Fünfzigjährigen, ist riesengross.

Auslaufende Lebensversicherungen werden nur in bescheidenem Ausmass bei der Assekuranz reinvestiert.

De Montgolfier: Bei der Axa Winterthur liegen wir bei derzeit knapp 10%, aber die Zielgrösse ist deutlich höher angesetzt.

Ist die klassische Lebensversicherung ein Auslaufmodell?

De Montgolfier: Die Kunden geben uns die Antwort. Wenn eine Lebensversicherung ausläuft, wird das Geld zur Hälfte bei einer Bank platziert. Wir müssen den Leuten neue Angebote machen, mit einem massgeschneiderten Mix aus Versicherungs- und Bankprodukten.

Suchen die Kunden nebst der Versicherungsgarantie vor allem auch eine Anlagelösung mit einer ansprechenden Performance?

De Montgolfier: Die Garantien sind für unsere Kunden langfristig sehr wichtig. Das allein genügt aber nicht. Wir müssen daneben neue Fondsprodukte ohne Garantie lancieren.

Sie haben sich in einem ersten Schritt vor allem auf solche Produkte konzentriert?

De Montgolfier: Ja, wir wollten die fondsgebundenen Angebote der früheren Axa Schweiz möglichst rasch in die Vertriebskanäle der neuen Axa Winterthur einbringen. Künftig werden wir zusätzliche Sparprodukte mit einem Garantieteil einführen.

Im weltweiten Sortiment der Axa-Gruppe gibt es den Accumulator, einen flexiblen Vorsorgeplan, der sich vom Sparprodukt zum Rentenvehikel wandeln lässt. Kommt das auch in der Schweiz?

De Montgolfier: Ja, im 1. Quartal 2008 werden wir den ersten Accumulator einführen. Das Produkt umfasst einen fondsgebundenen Anlageteil mit Garantie, wobei die Axa Winterthur vollumfänglich das Risiko trägt. Sämtliche Accumulator-Produkte weltweit werden über eine Hedging-Plattform in Paris abgewickelt.

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Wie funktioniert diese Hedging-Plattform?

De Montgolfier: Ein Spezialistenteam kauft die Deckung für alle Accumulator-Vorsorgepläne, die derzeit in den USA, in Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Spanien und Grossbritannien angeboten werden.

Sind alle steuerlichen und regulatorischen Fragen mit dem Accumulator für die Schweiz gelöst?

De Montgolfier: Wir stehen in Gesprächen mit den Aufsichtsbehörden. Da sollten sich keine gravierenden Probleme stellen.

Wo liegen die Vorzüge dieses Produktes für den Kunden?

De Montgolfier: Es wird verschiedene Accumulators geben. Jedes Jahr werden wir neue Angebote lancieren. Damit können die Leute bis in drei Jahren aus einer breiten Produktepalette ihre ideale Lösung auswählen. Mit diesen Vorsorgelösungen werden gleichzeitig eine Garantieleistung und eine ansprechende Performance auf das eingesetzte Kapital sichergestellt.

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1999–2002

2002–2006

Seit 2007