Zwar stand das SKO-LeaderCircle, das in der Schweizer Börse in Zürich stattfand, unter dem Motto: Karriere vs. Familie - so gelingt Ihnen die Gratwanderung. Aber die von Pascal Ihle moderierte Debatte verlief unvermerkt und doch alles andere als planlos in die verkehrte Richtung: Offenbar lag Betina Balitzki, Head of Diversity der Swisscom, Esther Girsberger, Publizistin und Dozentin, Christoph Müller, Leiter Human Resources der AXA Winterthur, und Sybille Sachs, Leiterin Institut für Strategisches Management an der HWZ, mehr daran, zu hinterfragen, warum die Gratwanderung nach wie vor nicht gelingt.

Die Bestandesaufnahme von Müller war so ernüchternd wie repräsentativ: «Von den zehn Geschäftsleitungsmitgliedern der AXA Winterthur sind null Frauen, und niemand arbeitet Teilzeit.» Girsberger brachte Licht ins Dunkel: «Wenn mir heute eine Top-Position angetragen wird, sage ich nein danke.» Im Gespräch wurde ersichtlich, dass weder Quoten noch Job-Sharing eine faire Verteilung in Kaderpositionen nach sich ziehen, wenn die Frauen, die sich nach wie vor diskriminiert fühlen, den Schritt ins Kader nicht wagen. Sybille Sachs erklärte, dass erst ankommen müsse, dass das Thema Karriere vs. Familie den Mann wie die Frau angehe. Ein Blick auf die kommende «Generation wild» stimmte aber alle Gesprächsgäste zuversichtlich: Die jüngeren Männer wie die jüngeren Frauen begreifen die Karriere wie selbstverständlich nur als Teil eines wie auch immer definierten Lebens.