Der Industriekonzern ABB hat im ersten Quartal 2015 einen minimen Rückgang des Auftragseingangs um 0,4 Prozent auf 10,40 Milliarden Dollar verzeichnet. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseinflüsse ergab sich hingegen ein Plus von 15 Prozent. Die Aufwertung des US-Dollars gegenüber der Vorjahresperiode führte beim gebuchten Auftragseingang zu einem negativen Umrechnungseffekt von 13 Prozent, während sich Veräusserungen mit 2 Prozent positiv auswirkten. Der Umsatz reduzierte sich gegenüber dem Vorjahresquartal um 10 Prozent auf 8,56 Milliarden Dollar.

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Die Entwicklung der Nachfrage habe die anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten und die Herausforderungen in den meisten Märkten widergespiegelt, teilte ABB am Mittwoch mit. Versorgungsunternehmen hätten sich mit Investitionen insgesamt weiter zurückgehalten, jedoch einige gezielte Aufträge vergeben, wie beispielsweise für Stromübertragungsprojekte zur Verbindung von Stromnetzen und zur Integration erneuerbarer Energiequellen.

Vorgaben für den operativen Gewinn verfehlt

Der operative Ebita ging um 9 auf 0,95 Milliarden zurück, während sich auf vergleichbarer Basis ein Plus von 5 Prozent ergab. Die operative Ebitda-Marge, an welcher sich ABB ab diesem Jahr neu messen lassen will, legte gegenüber dem Vorjahr indes um 10 Basispunkte auf 11,1 Prozent zu. Als mittelfristigen Zielwert für diese Marge hat das Unternehmen eine Spanne von 11 bis 16 Prozent formuliert. Die Verbesserung auf vergleichbarer Basis sei hauptsächlich auf die durch das «Stepp Change»-Programm verbesserte Performance der Division Energietechniksysteme zurückzuführen. Der Reingewinn schliesslich stieg um 4 Prozent auf 564 Millionen.

Damit hat ABB die Erwartungen der Analysten mit dem Auftragseingang und dem Umsatz übertroffen, ebenso mit dem Reingewinn. Die Vorgaben für den operativen Gewinn wurden indes verfehlt. Der AWP-Konsens für den Auftragseingang lag bei 9,96 Milliarden Dollar, für den Umsatz bei 8,31 Milliarden, für den Ebita bei 1,02 Milliarden, für den Ebit bei 0,85 Milliarden und für den Reingewinn bei 544 Millionen Dollar.

Langfristige Aussichten positiv

Der Industriekonzern beurteilt die langfristigen Aussichten zur Nachfrage in den drei wichtigsten Kundensektoren - Versorgungsunternehmen, Industrie, Transport und Infrastruktur - als eindeutig positiv. Zu den treibenden Faktoren werde die umfassenden Veränderungen in der Wertschöpfungskette entlang der Stromversorgung, die Verbesserung der industriellen Produktivität durch das Internet der Dinge, Dienste und Menschen und die Industrie 4.0 gezählt, teilt das Unternehmen am Mittwoch im Zuge der Zahlenpublikation für das erste Quartal 2015 mit.

Weitere Faktoren seien die rasante Urbanisierung und der Bedarf an Energieeffizienz im Bereich Transport und Infrastruktur. ABB sieht sich diesbezüglich gut aufgestellt, um diese Chancen für langfristiges profitables Wachstum zu nutzen.

Zunehmende Unsicherheiten in naher Zukunft

In der kurzen Frist würden allerdings makroökonomische und geopolitische Entwicklungen auf ein uneinheitliches Szenario mit zunehmenden Unsicherheiten hinweisen. Einige makroökonomische Signale in den USA seien weiter positiv. In China dürfte sich das Wachstum fortsetzen, wenn auch auf etwas niedrigerem Niveau als 2014. Gleichzeitig würden die Märkte durch das verhaltene Wachstum in Europa und die geopolitischen Spannungen in verschiedenen Teilen der Welt weiter belastet.

Der aktuelle Ölpreis und Effekte aus der Währungsumrechnung werden das Unternehmensergebnis voraussichtlich weiterhin beeinflussen, schreibt ABB.

(awp/me/moh)