Die Präsentation des Migros-Geschäftsbericht 2015 zeigt, beim Umsatz konnte der Konzern mit dem Vorjahr mithalten, nicht gelungen ist dies beim Gewinn. Dieser reduzierte sich um 4,2 Prozent auf 791,1 Millionen Franken. Beim Betriebsgewinn (EBIT) fiel das Minus mit 12,8 Prozent noch deutlicher aus.

Welche Geschäftsfelder der Migros die grössten Renditeeinbrüche einbrockten, lässt sich aus dem Bericht des Unternehmens nicht herauslesen. Wohl aber, bei welchen Unternehmen die Umsätze am meisten gesunken sind. Ein Blick auf die Umsatzzahlen des Departements Handel zeigt, das letzte Jahr hat nicht nur für Verlierer gesorgt.

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Online macht Freude

Besonders positiv haben sich die Umsätze im Onlinehandel entwickelt, hier glänzt Probikeshop (Dolphin France) mit einem Plus vom 28,2 Prozent. Am Onlinehändler für Velo und Velozubehör ist die Migros seit 2011 beteiligt. Gut liefen die Geschäfte auch bei LeShop und Digitec/Galaxus (siehe Bildergalerie) – und die Erwartungen für die kommenden Jahre sind gross. Die Online-Töchter Digitec und Galaxus sollen ihren Umsatz noch um mehrere Hundert Millionen Franken steigern, sagte der scheidende Handelschef Dieter Berninghaus gegenüber dem «Sonntagsblick».

Mit 10 Prozent Umsatzwachstum fällt bei Migrolino die Jahresbilanz positiv aus. Die neu 287 Standorte sorgten 2015 für 382 Millionen Franken Umsatz. Denner setzt zwar weiterhin deutlich mehr um als die kleinen Migros-Shops, doch das letzte Jahr verlief beim Detailhändler mit einem Minus von 0,4 Prozent nicht nach Wunsch.

53 Prozent Plus: Das Umsatzwachstum des Elektromobilitätsspezialisten M-Way lässt sich sehen, allerdings ist der Umsatz im Vergleich zu den grösseren Unternehmen des Departements noch immer tief. Ändern sollen das in Zukunft die mittlerweile 29 Filialen.

Schwieriges Marktumfeld

Wenig überraschend kommen die schlechtesten Zahlen aller Handelsunternehmen von Migrol. Der stark eingebrochene Ölpreis drückte den Umsatz des Tankstellenbetreibers um mehr als 16 Prozent. Bei den Magazinen zum Globus betrug der Rückgang 3,3 Prozent. Besonders der Herren Globus lieferte ein schlechtes Ergebnis ab (minus 5,1 Prozent).

Noch schlechter als Krawatten und Anzüge verkaufen sich offenbar Bücher. Ex Libris ist gemäss Migros-Meldung zwar beim Online- und Cross-Channel-Verkauf auf Kurs – im letzten Jahr wurde bereits mehr als die Hälfte des Umsatz online erwirtschaftet, doch insgesamt muss Ex Libris auch für 2015 ein Minus vermelden (- 5,4 Prozent). Das Beispiel zeigt, dass auch Online-Aktivitäten nicht automatisch zum Grosserfolg führen müssen.

(jfr)