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Die grössten Mandats-Jäger unter der Bundeshauskuppel

Hier lässt es sich prächtig lobbyieren: Wandelhalle im Bundeshaus (Bild: Keystone)

Für viele Eidgenössische Parlamentarier ist ihr Sitz in Bern nur einer unter vielen – manchmal unter sehr vielen. Eine neue Studie benennt die eifrigsten Sammler von VR-Mandaten und diejenigen, die am

Veröffentlicht am 30.05.2011

Wenn am Montag in Bern die Sommersession der Eidgenössischen Räte anfängt, werden sich auch wieder viele Volksvertreter einfinden, die vor allem eines tun: Firmen vertreten – als zumeist nicht nur mit Almosen abgespiesene Verwaltungsräte.

Das ist kein Zufall, dann für Firmen und Organisationen ist es natürlich von Nutzen, wenn in Bundebern ihre Interessen möglichst gut vertreten werden und sie über ihre Verwaltungsräte Einfluss auf das politische Geschehen nehmen können.

Eine Studie der Baarer Firma Credita kommt zum Schluss, dass die Anzahl der an Parlamentarier vergebenen Mandate in den letzten zwei Jahren um fast 15 Prozent zugenommen hat.

Wirtschaftsmandate fest in bürgerlicher Hand

Bei der Verteilung nach Parteien liegt – wenig überraschend – die Freisinnig-liberale Fraktion vorn. Mit durchschnittlich 12,1 Mandaten pro Parlamentsmitglied kommt sie auf total 583 Mandate. Darauf folgt die Fraktion CVP/EVP/GLP mit einem Schnitt von 10,9 Mandaten pro Person und insgesamt 565 Mandaten.

Die Mitteparteien halten somit 56 Prozent aller Mandate. Kapitalmässig macht dies mit 11 Milliarden Franken 92 Prozent der Kapitalisierung aller Mandate aus, was die starke Verflechtung der Mittepolitiker mit der Wirtschaft aufzeigt. Grosse Unterschiede gibt es auch zwischen den Räten.

Während die Ständeräte pro Person im Schnitt 11,1 Mandate mit einer Kapitalisierung von 190 Millionen Franken halten, sind es bei den Nationalräten 7,8 Mandate in der Höhe von 21 Millionen. Auch geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich festmachen: Während Frauen durchschnittlich 6,8 Mandate mit einem Kapital von 14 Millionen vertreten, sind es bei den Männern neun Mandate, die 65 Millionen Kapital entsprechen.

Zwei Rekordhalter aus dem Wallis

Eifrigster Mandatesammler ist der Walliser CVP-Nationalrat Paul-André Roux mit nicht weniger als 58 Hüten. Dahinter folgt Parteigenosse Arthur Loepfe aus Appenzell Innerrhoden mit 35 und der Basler Freisinnige Peter Malama mit 34 Mandaten.

Bei der Höhe des vertretenen Kapitals wird die Liste von einem Ständerat angeführt: Der Walliser CVP-Vertreter Jean-René Fournier vertritt ein Aktienkapital von 4,75 Milliarden Franken. Dahinter folgen Partei- und Ratskollege Konrad Graber (Luzern) mit 972 Millionen und FDP-Fraktionschefin Gabi Huber mit 831 Millionen Franken.

(cms/laf)

 

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