Milliardenverlust, Massenentlassungen, mangelndes Vertrauen und erzürnte Öffentlichkeit: So lässt sich die Situation der Grossbanken derzeit umschreiben. Allerdings folgt nach der Krise irgendwann der Aufschwung. So lässt sich beispielsweise bei der UBS in Bezug auf die Gewinnung von Neugeldern wieder der eine oder andere Lichtblick erkennen.

Zwar fielen in der Sparte Global Wealth Management & Business Banking die Netto-Neugeldabflüsse im 4. Quartal höher aus als im vorhergehenden 3. Quartal. Dafür reduzierte sich der Abfluss im Bereich Global Asset Management. Die UBS hält in ihrer Pressemitteilung fest, dass sich die Entwicklung im Laufe des vergangenen Quartals verbesserte und im Monat Januar die Neugelder in beiden Unternehmensbereichen gar positiv waren. Die Staatskrücken scheinen ihren Zweck zu erfüllen.

Unternehmen zeigen Vertrauen

Besonders Firmenkunden lassen sich wieder vermehrt von den Grossbanken anlocken. So zieht beispielsweise bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB) der eine oder andere Geschäftskunde sein in Sicherheit gebrachtes Vermögen wieder zu den Grossbanken ab. «Bei Firmen können wir eine Abwanderung im Einzelfall beobachten», bestätigt die Pressestelle Recherchen der «Handelszeitung». Im Privatkundenbereich würden aber nach wie vor viele Kontoneueröffnungen getätigt, so die ZKB-Pressestelle.

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Auch bei der St. Galler Kantonalbank (SGKB) ist gemäss Kadermitgliedern bei den Geschäftskunden wieder eine verstärkte Tendenz in Richtung Grossbanken zu spüren. So würden Firmen ihre Gelder vermehrt wieder von der SGKB abziehen. Allerdings dementiert die Medienstelle diese Entwicklung und beteuert einen nach wie vor starken Geldzufluss.

Ebenfalls stark im Firmenbereich engagiert ist die Luzerner Kantonalbank (LUKB). Aufgrund der anstehenden Jahresergebnispräsentation nahm die Bank aber nicht Stellung.

Bei der UBS sorgt die Hilfsaktion des Bundes für ein stärkeres Sicherheitsgefühl - und damit für anziehende Kundenzuflüsse sowohl im Geschäfts- als auch im Privatkundenbereich. Im Firmenbereich spielt zusätzlich die Zinssensitivität der Unternehmen eine bedeutende Rolle. In der Regel verzinst beispielsweise die Zürcher Kantonalbank grössere Festgeldbeträge nicht. Hingegen gewähren die Grossbanken auch solchen Kunden nach wie vor einen Zins.

Noch immer rege Zuflüsse

Anders präsentiert sich die Situation bei PostFinance und Raiffeisen. Von einer Abwanderung kürzlich gewonnener Kundengelder wollen beide Institute nichts wissen. Beide vermelden nach wie vor starke Neugeldzuflüsse sowohl im Privat- als auch im Geschäftskundensegment. «Gegenüber dem vergangenen Quartal konnten wir im 4. Quartal ein Plus von 2,5 % im Firmenkundenbereich verzeichnen», sagt Raiffeisen-Mediensprecher Franz Würth.

Über die Zuflüsse bei PostFinance will Mediensprecher Marc Andrey keine konkreten Angaben machen. «Die Geschwindigkeit beim Neukundenwachstum und bei Neukontoeröffnungen gleicht in beiden Bereichen noch immer derjenigen Ende des vergangenen Jahres», so Andrey. Sowohl für PostFinance als auch für Raiffeisen ist jedoch festzuhalten, dass sich ihr Geschäftsmodell primär auf Privatkunden konzentriert.

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