DELISHA. Sie nennen ihren Sirup vollmundig «Lebenselixiere». Ihren Produkten geben sie verträumt-romantische Namen wie «Zauberapfel» oder «Goldregen». Dennoch betonen Stefan Strasser und Mark Hoffmann, dass sie vor allem Erwachsene wieder zum Siruptrinken animieren wollen. Doch weshalb soll ihnen ausgerechnet Sirup als Lifestyle-Getränk schmackhaft gemacht werden? Einerseits weil der Kindersektor schon abgedeckt war. «Andererseits waren die Produkte am Markt bisher auch langweilig. Sehr oft basieren sie auf künstlichen Aromen und schmecken chemisch», stellt Hoffmann fest. Der Puris-Sirup hingegen enthalte keine «Chemie», sondern sei zu 100% aus natürlichen Zutaten hergestellt. Strasser: «Wir unterscheiden uns von den anderen durch ehrliche Qualität. Als Geschmacksverstärker dient bei uns einzig Zitronensäure.»

Auf dem Land «gang und gäbe»

Als die beiden jungen Männer das erste Mal Sirup ansetzten, taten sie es noch ausschliesslich für den Eigengebrauch und für die Bewirtung von Freunden. «Auf dem Land ist es heute noch gang und gäbe, selbst Sirup zu machen. Zum Beispiel aus Holunderblüten, Lavendelblüten oder Zitronenmelisse aus dem Garten», erklärt Mark Hoffmann. Ihrem Bekanntenkreis hatten die aromatischen Sirupkreationen so gut geschmeckt, dass sich die beiden Freunde vor gut drei Jahren entschieden, die Sache professionell anzupacken. Rückblickend war es die richtige Entscheidung. Mark Hoffmann: «Wir haben uns alles selbst erarbeitet und auch keine Bankkredite beansprucht. Seit zwei Jahren sind wir beide zu 100% für Delisha tätig und zahlen uns auch einen Lohn aus.» Am 1. Oktober dieses Jahres konnten sie die Mitarbeiterzahl auf ein halbes Dutzend aufstocken.Die bedeutendste Umstellung und Herausforderung bei den grösseren Mengen war die Filtration. Eine der ersten Investitionen der jungen Firma war eine professionelle Filteranlage.

Metzgereien und Blumenshops

Als die Jungunternehmer zu Beginn bei grösseren Verkaufsläden anklopften und ihnen ihr Produkt anboten, bekamen sie oft zu hören: «Wir schauen einmal, ob es Sie in drei Jahren noch gibt.» Mittlerweile hat sich die Hartnäckigkeit der Sirupmacher ausgezahlt: Im Büro hängt eine Landkarte der Schweiz, die mit farbigen Stecknadeln übersät ist. Jede Nadel steht für eine Verkaufsstelle. Inzwischen sind es 450 bis 500 Läden, vor allem in der Deutschschweiz, die den Lifestyle-Sirup im Sortiment haben. Darunter sind Globus und Jelmoli, Drogerien und Feinkostgeschäfte, aber auch Metzgereien, Käsereien oder Blumengeschäfte. Letztere gehören sogar zu den wichtigen Abnehmern, wie Mark Hoffmann versichert: «Es läuft ausgezeichnet mit den Blumenläden. Vielen Kunden gefällt die Idee, zum Blumenstrauss eine farblich passende Sirupflasche als Mitbringsel zu kaufen.»

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Erste Abnehmer im Ausland

Beim Besuch in den weissgekachelten Produktionsräumen beginnt man unwillkürlich zu schnuppern: Ein warmer Zimtgeruch belegt, dass gerade der gewürzte Herbstsirup namens «Zauberapfel» aus Apfelsaft mit Zimt, Vanille und Nelken produziert wird. Die Kreation schmecke auch wunderbar als heisser Punsch in der kalten Jahreszeit, meint Strasser. Die Ingredienzen werden in den erwärmten Zuckersirup gegeben und müssen 48 Stunden lang ziehen. Dann wird der Sirup gesiebt, filtriert, in schmale Flaschen abgefüllt und etikettiert. Bereits hat Delisha kleine Ableger in Deutschland und Österreich. Ausserdem werden sie in Kürze schweizweit eine Drogistenkette abdecken. Das bedeutet ein Potenzial von 1600 Verkaufsstellen. Eine Herausforderung für das junge Unternehmen. Mark Hoffmann will jedoch, dass die Unternehmung langsam wächst: «Das Wachstum muss im Rahmen bleiben. Die Abhängigkeit von Grossverteilern streben wir nicht an.»

Softdrinks in Planung

Das Sortiment wollen die beiden Geschäftsführer ebenfalls langsam, aber stetig ausbauen. Erstes Produkt, das nicht aus Früchten oder Kräutern hergestellt ist: Ein Kaffeekonzentrat, das als Basis für Eiskaffee verwendet wird. Auch weitere Produktideen bewegen sich im Getränkebereich. Als Nächstes wollen Hoffmann und Strasser einen Softdrink auf der Basis ihrer Rohstoffe lancieren.

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