Pensionskassen, institutionelle und private Investoren stehen nach dem Crash vom Herbst 2008 vor einem Scherbenhaufen, die klassische Allokation mit Aktien und Obligationen hat nicht funktioniert. Aktien haben über die letzten 20 Jahre kaum rentiert, Staatsanleihen sind infolge tiefer Zinsen und einer ausufernden Staatsverschuldung inzwischen unattraktiv geworden, Rohstoffe sind abgestürzt, und «Absolute Return» war eine Enttäuschung.

Neue Ansätze müssen her

Der Buy-and-Hold-Ansatz muss deshalb durch ein aktives Allokationsmanagement ersetzt werden. Besonders die institutionellen Investoren werden zunehmend gezwungen sein, die Portfolios dynamischer zu bewirtschaften, aber auch private Anleger müssen ihre Portfolios zumindest hin und wieder umschichten. Trotz der jüngsten Schwierigkeiten: Langfristig ist das Risiko/Return- Profil der Hedge-Fonds als Branche betrachtet der klassischen Asset Allocation langfristig überlegen.

Das Problem der Hedge-Fonds war in den letzten zwei Jahren weniger die schlechte Rendite als vielmehr die fehlende Fristenkongruenz. Viele Hedge-Fonds investierten kurzfristige Investorengelder in längerfristig illiquidere Anlagen. Bei erhöhtem Verkaufsdruck und fallenden Kursen musste daher zu wenig investorfreundlichen Notlösungen gegriffen werden, wie z.B. Rückzahlungen kürzen (Gating), aussetzen (Suspension) oder illiquide Anlageklassen schaffen (Side Pockets). Das Gleiche trifft leider auch auf viele Dach-Hedge-Fonds zu. Um ihre Existenz zu rechtfertigen, müssen diese neue Ansätze entwickeln, welche die Nachteile der bisherigen Modelle eliminieren. Im Fokus stehen dabei die Liquiditätssicherung und die Minimierung von operationellen und managerspezifischen Risiken, ergänzt durch investorenfreundliche Regulierung. Um diese Anforderungen zu erfüllen und dennoch attraktive Renditen zu erwirtschaften, bietet sich eine Weiterentwicklung des sogenannten Core/Satellite-Ansatzes und dessen Übertragung auf die Welt der alternativen Anlagen an. Der Kern (Core) bildet transparent und kostengünstig die gängigen Renditequellen der Hedge-Fonds-Branche nach, das «alternative Beta». Hier kommen vor allem regulierte Hedge-Fonds-Replikationen mit täglicher Liquidität zum Einsatz, die prinzipiell vergleichbar sind mit Exchange Traded Funds in einem herkömmlichen Portfolio. Dazu gesellen sich sorgfältig ausgewählte und liquide Satelliten-Fonds, deren (Alpha-)Performance nicht mit den Kernanlagen korrelieren darf. Die entsprechenden Manager müssen zudem bewiesen haben, dass sie bei steigenden und fallenden Märkten positive Rendite erwirtschaften können und kostenbewusst arbeiten. Abgerundet wird das Portfolio durch eine taktische Allokationssteuerung mit eingebautem Frühwarnsystem. Diese Struktur aus Kern, Satelliten und Cash wird bei Bedarf kurzfristig umgeschichtet. Die taktische Allokation dient als Ventil und verhindert Verluste in Marktphasen wie der jüngsten.

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Vorteile für die Anleger

Tests zeigen, dass mit einer solchen Architektur die aktuelle Finanzkrise ohne Einbruch hätte gemeistert werden können.

Von solch neuen Ansätzen profitieren die Anleger: Die Gesamtkosten sind erheblich geringer, die Liquidität wird erhöht, die Transparenz steigt und die Gleichbehandlung bei Anlage und Rücknahme von Fondsanteilen ist gewährleistet. Der Core/Satellite-Ansatz eignet sich für konservative Anleger sowohl im institutionellen als auch im Retail-Bereich.