Das Management von Flächen und Räumen und die damit verbundenen Dienstleistungen, das sogenannte Facility Management (FM), konnten sich seit den 1990er-Jahren als anerkannte Disziplin im Immobiliengeschäft etablieren. Der Markt ist in Bewegung und hat sich in den letzten Jahren noch stärker professionalisiert.

Am besten Teil der Firmenstrategie

Zentral für erfolgreiches Facility Management ist eine klare Strategie, wie die neuesten Ergebnisse der Branchenumfrage FM-Monitor zeigen. Sie legt die Zielsetzungen für Objekte, Flächen, Betrieb und Instandhaltung sowie die Nachhaltigkeit fest. Idealerweise ist die Facility-Management-Strategie Teil der Unternehmensstrategie und als solche auf Geschäftsleitungsebene verankert.

Die Mehrheit der Eigentümer, Benutzer und Facility-Management-Dienstleister stimmt ihre Strategie zudem auf die Unternehmensstrategie der Eigentümer ab. Eine besonders starke Abstimmung erfolgt bei Dienstleistern: 48 Prozent geben an, dass sie die beiden Strategien klar aneinander ausrichten. Die Konzeption des Facility Management erfolgt dann in der Planungs- und Erstellungsphase einer Immobilie. Dabei werden die baulichen Voraussetzungen für eine optimale Bewirtschaftung des Gebäudes in der Nutzungsphase festgelegt. Sowohl Architekten als auch Facility Manager zeichnen im etwa gleichen Ausmass in der Praxis für diese Aufgaben verantwortlich und steuern, kontrollieren und optimieren in der Folge die betrieblichen Prozesse von Immobilien. Facility-Management-Dienstleister nehmen mit 31 Prozent dabei am häufigsten das Know-how von Profis in Anspruch.

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Denn die Leistungen des Facility Management sind vielseitig und komplex. Es ist daher wichtig, Nutzerbedürfnisse systematisch zu erheben, um die Services darauf auszurichten. Die Dienstleister und Benutzer setzen dieses Wissen bereits häufig bis sehr häufig ein, die Eigentümer liegen etwas zurück. Das Wissen um die Nutzerbedürfnisse erhöht nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern führt auch zu monetären Effekten. So können etwa die Betriebskosten optimiert und der Energieverbrauch gesenkt werden.

Frühzeitige Qualitätssicherungsmassnahmen bieten ebenfalls die Chance, die Zufriedenheit mit den FM-Dienstleistungen zu erhöhen. Der FM-Monitor zeigt, dass nicht nur FM-Dienstleister, sondern auch Benutzer und Eigentümer die Services bereits in der Planungs- und Erstellungsphase hinsichtlich deren Qualität oft überprüfen: Die Anteile liegen bei 44 Prozent (Benutzer) beziehungsweise 40 Prozent (FM-Dienstleister) und 24 Prozent (Eigentümer).

Das Energiemanagement gehört zu den zentralen Aufgaben des Facility Management und reicht von der Planung des Bedarfs über die Auswahl und Errichtung von energetischen Anlagen bis zu deren Betrieb. In vielen Immobilien wird bereits heute aktives Energiemanagement betrieben. Am stärksten ausgeprägt sind die Bestrebungen der Benutzer: 60 Prozent geben an, praktisch immer aktives Energiemanagement zu betreiben. Die Dienstleister und Eigentümer sind etwas zurückhaltender. Ihr Beitrag besteht darin, neue Technologien, die den Verbrauch senken, anzuschaffen oder einen Wechsel der Energieträger vorzunehmen.

Minergie gewinnt an Bedeutung

Viele Immobilien verfügen heute über einen Gebäudeenergieausweis und damit über eine Bestandsaufnahme der energetischen Situation. Sollen zudem Nachhaltigkeitsaspekte umgesetzt und deren Erfüllungsgrad überprüft werden, bieten sich diverse Zertifizierungslabel wie Minergie oder LEED an. Minergie ist in der Schweiz das bekannteste Label - bei rund der Hälfte aller Umfrageteilnehmer befinden sich bereits zertifizierte Minergie-Gebäude im Immobilienbestand. Insgesamt ist die Nachfrage vor allem bei den Benutzern und Facility-Management-Dienstleistern sehr hoch. Das bestätigt Minergie Schweiz. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Zertifizierungen um rund ein Drittel erhöht. Dieser Trend hat einen positiven Einfluss auf das Image bereits zertifizierter Gebäude. Eigentümer nutzen diese Entwicklung denn auch klar als Chance, ihren Leerstand mit zertifizierten Immobilien zu reduzieren.