Die Kommission für Technologie und Innovation (KTI), die zurzeit noch Teil des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT) ist, wird unter der Führung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) bis am 1. Januar 2011 etappenweise verselbstständigt. «Für die KTI wird sich - vor allem organisatorisch - einiges ändern», erklärt Helen Stotzer, Leiterin Kommunikation des BBT innerhalb des EVD, auf Anfrage der «Handelszeitung».

Sie wird in eine verwaltungsunabhängige Behördenkommission mit eigenen Entscheidkompetenzen umgewandelt. Heute trifft das BBT die Entscheide. Die künftige KTI wird aus vom Bundesrat gewählten Mitgliedern bestehen und eine Geschäftsstelle führen. Diese wird die Anliegen der Behördenkommission vorbereiten und deren Beschlüsse vollziehen.

Mit der Weko zu vergleichen

Als Behördenkommission wird die KTI zur dezentralen Bundesverwaltung gehören und keine eigene Rechtspersönlichkeit haben. Die KTI wird weder eine Bundesanstalt noch ein Bundesbetrieb. Diese haben in der Regel eine eigene Rechtspersönlichkeit. Die KTI ist in ihrer Organisationsform in etwa mit der Wettbewerbskommission (Weko) vergleichbar.

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Inhaltlich wird sich weniger ändern, so Helen Stotzer: Zentrale Aufgabe der KTI bleibt der Transfer von Hochschulwissen in die Wirtschaft. Das Kerngeschäft der KTI ist dabei die Unterstützung von marktorientierten Projekten in der anwendungsorientierten For-schung und Entwicklung, die Unternehmen zusammen mit Hochschulen durchführen. Die KTI entwickelt Massnahmen zur Unterstützung von Start-ups und fördert den Wissens- und Technologietransfer mittels Netzwerken.

Beim BBT verbleiben die hoheitlichen Ministerialaufgaben. Das sind zum Beispiel die Erarbeitung von strategischen Grundlagen für die Innovationspolitik des Bundes, die Sicherstellung der Evaluation der Fördertätigkeit und ein Teil der internationalen Aufgaben in der Innovationsförderung.

Personelle Weichen gestellt

Als erste Etappe im Aufbau der neuen KTI stand am 5. März die Wahl des Präsidenten durch den Bundesrat an: Walter Steinlin nimmt diese Funktion seit 1. Mai mit einem 50%-Pensum wahr. Als zweite Etappe wählte der Bundesrat am 18. Juni die Direktorin der künftigen Geschäftsstelle der KTI: Klara Sekanina wird ihre Arbeit am 1. August aufnehmen. Die Leiterin der heutigen Förderagentur für Innovation des Bundes, Ingrid Kissling-Näf, wird die KTI nach etwas mehr als zweieinhalb Jahren per Ende Juli verlassen.

In einer nächsten Etappe werden laut Helen Stotzer die übrigen Mitglieder der Behördenkommission gewählt, wobei der Personalbestand ungefähr gleich bleibt, sprich rund 20 Stellen in der Geschäftsstelle. Dazu kommen 50 Experten, die über Gesuche entscheiden, und 50 Coaches. Dies entspricht dem durchschnittlichen Mittel der im Leistungsbereich der heutigen KTI innerhalb des BBT angestellten Mitarbeitenden.