Mit einem weitreichenden Vergleich in den USA wollte die UBS den leidigen Fall «Auction Rate Securities (ARS)» von ihrer Problemliste streichen. Man kam mit Regulatoren etlicher US-Bundesstaaten überein, die eigentlich als sicher geltenden Wertpapiere von geschädigten Kunden zurückzukaufen sowie eine Busse zu bezahlen. Die Gefahr von weiteren Klagen schien damit gebannt. Doch nur Tage später folgte eine neue Klage, die sich allerdings nicht auf ARS-Anleger bezieht. Sie wurde von der Wertpapierbehörde des US-Bundesstaats New Hampshire eingereicht. Der UBS wird vorgeworfen, einen Vermittler von Studentenkrediten bei der Emission von ARS schlecht beraten zu haben.

Unklar, ob weitere Klagen drohen

Als der ARS-Markt bereits zusammengebrochen war, habe die UBS den Studentenkreditvermittler New Hampshire Higher Education Loan noch ermutigt, weiter Auction Rate Securities zu emittieren. Es handelt sich dabei also nicht um einen Wealth-Management-Kunden, sondern um einen Kunden der Investmentbank. Die UBS wird sich «mit Nachdruck» gegen diese Klage zur Wehr setzen. Es sei «enttäuschend», dass New Hampshire diese Klage erhoben habe, obwohl vor kurzem auch mit den Regulatoren eine umfassende Vereinbarung getroffen wurde. «Ob es noch weitere Klagen gibt, ist schwierig abzuschätzen», sagt Andreas Venditti, Analyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Wegen des Vergleichs hat die UBS im 2. Quartal bereits Rückstellungen in der Höhe von 900 Mio Dollar vorgenommen. «Es kann aber sein, dass mehr Kunden ihre ARS zurückgeben als erwartet», so Venditti. Neben dem Risiko, dass die Rückkaufaktion mehr kostet als geplant, steigen mit dem Rückkauf auch die Risikopositionen. «Mögliche Abschreiber auf diesen Positionen dürften aber vergleichsweise gering sein», sagt Venditti. Am grössten sei die Gefahr von weiteren Wertberichtigungen nach wie vor bei den Kreditversicherern.

Schweizer zogen sich spät zurück

Im Februar war der Markt für die Wertpapiere, deren Zinsen in Auktionen festgelegt werden, wegen der Kreditkrise illiquid geworden. Die UBS hatte sich als einer der letzten Marktteilnehmer zurückgezogen. Andere Banken sehen sich ebenfalls mit Klagen konfrontiert. Jüngst haben Citigroup und Merrill Lynch einen Vergleich geschlossen und sich bereit erklärt, ARS in Milliardenhöhe zurückzukaufen.

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