Was reizt Sie wirklich an Radio 105? Immerhin war der Sender wirtschaftlich nicht erfolgreich.
Roger Schawinski: Dafür waren die Kosten viel zu hoch. Die konnten nicht refinanziert werden. Mit einem modernen Newsroom-Konzept von zwei Sendern aus einer Küche wird eine völlig neue wirtschaftliche Arbeitsweise möglich.

Aber kommen da nicht zwei angeschlagene Firmen zusammen? Ihr Radio 1 soll ja gemäss Branchengerüchten auch keinen Gewinn abwerfen.
Neue Sender haben es im überfüllten und verkrusteten Zürcher Radiomarkt nicht leicht, vor allem in einem stagnierenden Markt. Qualität ist nur ein Kriterium unter vielen anderen. Die Gewohnheit zählt viel stärker, weshalb es Newcomer besonders schwer haben.

Wo gibt es denn mögliche Synergien zwischen den Sendern?
Beinahe auf allen Bereichen: in der Technik, den Mietkosten, der Redaktion, den Investitionskosten. Zudem bestehen Crosspromotions-Möglichkeiten.

Was muss sich bei 105 ändern, damit der Sender nachhaltig Erfolg haben kann?
Programmlich nicht viel. Da die Einnahmen nicht schnell und massiv erhöht werden können, müssen die Kosten radikal herunter gebracht werden. Dies ist als für einen Sender alleine nicht möglich.

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