In den vergangenen Monaten kam es knüppeldick für die Her- steller von Personenwagen, aber auch von Nutzfahrzeugen. Selbst Firmen, die beide Erzeugnisse produzieren, kämpfen gegen die unliebsamen Folgen der Finanzkrise und dem damit zusammenhängenden Konjunktureinbruch. Einige Hersteller, wie etwa General Motors und Chrysler, suchen ihr Heil bei der Staatshilfe, andere wiederum wehren sich klar gegen «Krücken vom Staat». Zusätzlich wirkt belastend, dass niemand wirklich weiss, wann das Schlimmste überstanden ist, wann die Talsohle erreicht ist und wann es schliesslich wieder aufwärts geht.

Im Rahmen der von einzelnen Staaten in Europa wie in den USA beschlossenen Kon-junkturprogramme (animations) soll auch der gebeutelten Autoindustrie geholfen werden. Allerdings, mit Geld allein lassen sich die strukturellen Probleme in der Autobranche nicht lösen. Für einen wirksamen Turnaround braucht es noch einiges mehr. Vor allem Erzeugnisse - sprich Fahrzeuge - mit moderner Technik, die von der Kundschaft akzeptiert und auch gekauft werden. Dies gilt ganz besonders für die Hersteller von Nutzfahrzeugen. Diese haben denn auch in den vergangenen Jahren ihre Hausaufgaben weitgehend gemacht. Seit rund einem Jahr können moderne Lastwagen gekauft werden, welche die Euro-5-Norm erfüllen, die demnächst erst in Kraft tritt. Die Optimierung des Dieselmotors mit moderner Elektronik erlaubte erhebliche Verbrauchsreduktionen bei Liefer- und Lastwagen. Ein 40-t-Fahrzeug verbraucht heute weniger als die Hälfte seines Pendants der 80er- und 90er Jahre. Hoffnung schöpfen die Nutzfahrzeughersteller aber auch aus der Tatsache, dass für die Versorgung der Bevölkerung mit den Gütern für den täglichen Bedarf weitgehend der Lastwagen eingesetzt wird. «Transportiert wird immer», heisst es oft aus der Branche. Allerdings wird dies wohl in den kommenden Monaten auf einem leicht verminderten Niveau stattfinden. Wichtig ist aber für die Nutzfahrzeughersteller, dass sie ihre Anstrengungen im Bereich Forschung und Entwicklung keinesfalls kürzen oder gar massiv einschränken. Die Anstrengungen zur weiteren Optimierung des Verbrennungsmotors, zur Entwicklung von Hybridfahrzeugen und dem emissionsfreien (elektrischen) Fahren in Innenstädten müssen unverändert weitergeführt werden. Hersteller, welche als erste moderne, umweltfreundliche Antriebssysteme anbieten können, werden auch in Zukunft kaum Grund zum Klagen haben.