Holcim meldet zum letzten Mal alleine Zahlen: Das Unternehmen hat den Gewinn steigern können. Im ersten Halbjahr verdiente der Schweizer Zementriese 690 Millionen Franken, das entspricht einem Plus von 4,9 Prozent. Die Einnahmen gingen dagegen um 3,1 Prozent auf 8,6 Milliarden Franken zurück. Die Erwartungen der Analysten hatten höher gelegen.

Lafarge dagegen konnte sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zulegen. Der Nettoumsatz wuchs im ersten Halbjahr um 5 Prozent auf 6,32 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn lag bei 813 Millionen Euro, das entspricht einem Plus von 8 Prozent. Die Zahlen werden noch einzeln gezählt, das der Zusammenschluss von Holcim und Lafarge erst zu Ende Halbjahr umgesetzt wurde.

Mindestens 100 Millionen Franken einsparen

Die Aktien des fusionierten Baustoffkonzerns LafargeHolcim sind nach der Zahlenvorlage der Einzelunternehmen für das erste Semester mit deutlichen Abschlägen in den Handel gestartet. Gegen Mittag lag das Papier noch 2,4 Prozent im Minus. Der Gesamtmarkt war stärker, um 11.50 Uhr stand der SMI bei 0.6 Prozent Plus.

Für 2015 hat Holcim für sich allein gerechnet die Guidance für den Betriebsgewinn gesenkt. Auf vergleichbarer Basis und bereinigt um Mergerkosten soll er nun rund 10% unter dem ursprünglich angestrebten Mindestwert von 2,7 Mrd CHF zu liegen kommen. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Fusion seien die Aussichten für Holcim als eigenständiges Unternehmen aber nicht mehr relevant, heisst es weiter.

Hohe Dividende versprochen

Als gemeinsamer Konzern stellt Lafarge Holcim seinen Aktionären eine attraktive Dividendenpolitik in Aussicht. Für das laufende sollen mindestens 1,30 Franken je Aktie ausgezahlt werden, teilte der Weltmarktführer am Mittwoch mit. Bis zum Jahresende will der neu formierte Konzern mindestens 100 Millionen Franken einsparen. Die Investitionsausgaben sollen um mindestens 200 Millionen Franken sinken und die Nettoschulden sollen zum Jahresende unter 15 Milliarden Franken liegen.

Der aus dem Zusammenschluss der Schweizer Holcim und der französischen Lafarge entstandene Weltmarktführer für Baustoffe hat für das Jahresende neue Ziele in Aussicht gestellt. Klar ist bislang erst, dass die Fusion innerhalb von drei Jahren Einsparungen von 1,4 Milliarden Euro abwerfen soll, auch dank Stellenstreichungen.

(reuters/awp/me/ise)

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