Nach einem auch für institutionelle Investoren erfreulichen Jahr 2009 an den Finanzmärkten und dem wieder erstarkten Optimismus im 1. Quartal des laufenden Jahres ist die Zuversicht einer breiten Ernüchterung gewichen. Nun scheint auch das Vertrauen der professionellen Anleger weltweit wieder angeknackst zu sein: Wie der Global Investor Confidence Index des Vermögensverwalters State Street ergeben hat, üben sich angesichts der fragilen gesamtwirtschaftlichen Lage auch die institutionellen Anleger in Zurückhaltung. Im August hat der Index das neutrale Niveau von 100 Punkten bereits den fünften Monat in Folge verfehlt. Trotz vergleichsweise solider Bilanzen der Unternehmen scheinen die Investoren dem Aufschwung in Anbetracht seiner bislang schwachen Dynamik und der ungewissen Wirkung der konjunkturpolitischen Massnahmen nach wie vor nicht zu trauen.

In einem solchen Umfeld stehen defensivere Strategien mit einer breiten Diversifikation zur Absicherung wieder hoch im Kurs. Erreicht wird diese über eine Asset Allocation, die sowohl regionale Aspekte einbezieht, aber vor allem auch unterschiedliche Anlageklassen wie Immobilien-, Infrastruktur- und Rohstoffinvestments berücksichtigt. Wer zudem die Risiken, die vom globalen Klimawandel ausgehen, minimieren will, wird bei seinem Investmententscheid auf nachhaltige Anlagen setzen.

Damit allerdings eine entsprechend hohe Flexibilität und Liquidität gewährleistet ist, die es den Investoren erlaubt, bei allfälligen Markterschütterungen schnell zu reagieren, werden dazu vielfach indirekte Anlagen über Anlagefonds oder Exchange Traded Funds (ETF) getätigt. Sie erfreuen sich, auch dank der erhöhten Transparenz und den vergleichsweise niedrigen Gesamtkosten, trotz steigender Konkurrenz durch strukturierte Produkte weiterhin einer hohen Beliebtheit.

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Diese indirekten Anlagen der institutionellen Investoren werfen in der Praxis Fragen auf, wenn sich die Diskussion wieder verstärkt um die Frage der Wahrnehmung der Stimmrechte dreht. Im Fachartikel auf Seite 47 wird unter anderem eine der Schwierigkeiten erörtert, mit denen sich professionelle Investoren bei der Ausübung ihrer Aktionärsrechte befassen müssen. Es ist sicherlich wünschenswert, wenn institutionelle Anleger ihren Willen im Rahmen der Generalversammlung differenzierter zum Ausdruck bringen, als blindlings den Anträgen des Verwaltungsrates zu folgen. Diesem Anliegen dürfen aber nicht Massnahmen folgen, die kaum praktikabel sind und das Verfahren unnötig erschweren.