NACHHALTIGKEIT.

Der Klimawandel bleibt ein Mega-Trend. Das begünstigt Investments in die erneuerbaren Energien. In der Schweiz löst das neue Stromversorgungsgesetz ab 2008 dank kostendeckenden Einspeisevergütungen eine ganze Flut an Neuprojekten im Bereich Windenergie und Photovoltaik aus. Dutzende von neuen Windmühlen sollen in den Berggebieten als problemlose Energiequellen neben der Wasserkraft dienen. Die Zeiten sind günstig, denn die finanziellen Risiken sind für die Betreiber gering. Das zeigt sich am Beispiel Deutschland. Dort belaufen sich die Einspeisevergütungen für Energie aus Wasser, Wind, Biomasse, Geothermie und Solaranlagen mittlerweile auf über 5 Mrd Euro pro Jahr. Im nördlichen Nachbarland konzentrieren sich die Windparks vor allem auf die Küstengebiete im Grenzgebiet zu Dänemark. Für Karin Freier vom deutschen Bundesumweltministerium bilden die staatliche Forschungsförderung und die Vergütungen an die Betreiber einen Anreiz zur Einführung von neuen Produkten: «Die Branche braucht diese Unterstützung, bis die Technologien wettbewerbsfähig sind.»

Neue Firmen

Bereits im Dezember treffen sich die Regierungsvertreter zur nächsten Klimakonferenz in Bali. Wichtigstes Traktandum ist die weitere Senkung des globalen CO2-Ausstosses. «Dafür brauchen wir die USA im Boot», sagt Freier. Sie verspricht sich von einer einheitlichen Handlungsmaxime auch einen positiven Rückkoppelungseffekt auf die eigene Industrie. Nebst der Windenergie ist für Deutschland vor allem die Photovoltaik eine Erfolgsgeschichte. Seit 2003 hat sich das Marktvolumen mehr als versechsfacht. Insgesamt sind bereits Anlagen mit einer Leistung von knapp 3000 Megawatt installiert. Deutschland hat mit Firmen wie Q-Cells oder Solarworld weltweit die Spitzenstellung vor Japan und den USA übernommen. Über zehn neue Solarfirmen mit einem Investitionsvolumen von 1 Mrd Euro sind im Bereich der Photovoltaik entstanden. Die Fondsindustrie entwickelt laufend neue Vehikel, die sich entweder im breiten Stil auf Aktien von nachhaltigen Unternehmen abstützen oder sich einem bestimmten Thema widmen. Generell tendieren die Retail-Kunden zu Themenfonds, während die institutionellen Anleger eher die umfassenden Nachhaltigkeitsfonds bevorzugen. Im Fokus haben die Fondsmanager erfolgreiche Firmen, die mit innovativen Produkten und Serviceleistungen ein überdurchschnittliches Wachstum erzielen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass enger gefasste Anlagespektren etwa im Bereich Wasser, Energie oder Healthy Living bei den Renditen stärker schwanken. Bei den weniger stark diversifizierten Investments sind die Gewinn- und Verlustmöglichkeiten entsprechend grösser. Als Pionier im Bereich der nachhaltigen Anlagen gilt die Sustainable Performance Group (SPG). Die Beteiligungsgesellschaft investiert unter der Einhaltung von ökonomischen, ökologischen und sozialen Grundsätzen in kotierte und nicht kotierte Unternehmen. Gleichzeitig hat die Sustainable Asset Management (SAM) Group einen Nachhaltigkeitsindex mit weltweiter Ausstrahlung entwickelt (siehe Kasten).

Healthy Living

Vor zwei Jahren hat SPG mit der Umsetzung einer neuen Anlagestrategie begonnen. Das Portfolio wurde von bisher knapp 25 Positionen auf gegen 60 erweitert, wobei die klein- und mittelkapitalisierten Unternehmen neu das Schwergewicht bilden. Zudem wurden auf strategischer Ebene vier Themenbereiche fixiert, die global als Nachhaltigkeitstrends gelten. Dazu gehört nebst den klassischen Themen Energie, Wasser und Ressourceneffizienz auch der Sektor Healthy Living. Pierin Menzli, Senior Equity Analyst bei der SAM Group, sieht globale Makrotrends, die neue Voraussetzungen in der Zukunft schaffen. Zum einen sind es die demografischen Veränderungen mit einer Bevölkerung, die immer älter wird. Dazu kommen neue Konsumgewohnheiten mit einer verstärkten Ausrichtung auf eine qualitative und gesunde Ernährung. Mit der Aufblähung der Alterspyramide nehmen auch die chronischen Erkrankungen zu. Fettleibigkeit und Diabetes werden als globale Herausforderungen eingestuft. Menzli nennt drei attraktive Anlagegebiete: Die biologischen und natürlichen Nahrungsmittel, ergänzt um die Nutrition, Körperpflegeprodukte und Fitnessaktivitäten, sowie der gesamte Sektor Gesundheitspflege, inklusive Infrastruktur.

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