Für die überwiegende Mehrheit der jungen Europäer ist die EU heutzutage vor allem eine Gemeinschaft zur Durchsetzung ökonomischer Ziele. Zu diesem Schluss kommt eine vorgestellten Umfrage der Tui-Stiftung unter 16- bis 26-Jährigen in sieben europäischen Staaten.

76 Prozent der Befragten gaben an, die Union sei für sie in ihrem Kern ein Wirtschaftsbündnis. Nur 30 Prozent der 6000 vom Meinungsforschungsinstitut YouGov befragten Teilnehmer in Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, Grossbritannien, Polen und Griechenland sahen in der EU auch ein Bündnis mit gemeinsamen kulturellen Werten.

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Gefahr der Beliebigkeit

«Ein Europa, dessen Wert vor allem in den Vorteilen des Binnenmarkts gesehen wird, droht austauschbar und beliebig zu werden», erklärte der Vorsitzende des Stiftungskuratoriums, Thomas Ellerbeck.

Er rief Politiker und alle anderen «gesellschaftlichen Akteure» dazu auf, über «die gemeinsamen Werte» zu diskutieren. «Die wertebasierten Bindekräfte Europas wurden lange Zeit für selbstverständlich gehalten.» Dies gelte heutzutage nicht mehr.

Nur ein Fünftel für Austritt

Mehr als jeder dritte Befragte (38 Prozent) wünscht sich ausserdem, dass die EU wieder Macht an nationale Regierungen abgibt. In Griechenland (60 Prozent) und Grossbritannien (44 Prozent) ist diese Meinung besonders verbreitet.

In Deutschland sieht das anders aus: Hier sind nur 22 Prozent der jungen Menschen für eine solche Rückübertragung. Für einen Austritt ihrer Länder aus der EU sprechen sich trotzdem aber nur ein Fünftel (21 Prozent) aus.

Nach Angaben der Tui-Stiftung befragte Yougov die 6000 Teilnehmer zwischen dem 16. Februar und dem 3. März online. Für jedes Land wurden die Befragten demnach repräsentativ gewichtet.

(sda/chb)