Rund 200000 t Betriebsabfälle fallen pro Jahr bei der Migros an. Die Wiederverwertung besitzt denn auch im Unternehmen einen grossen Stellenwert, 67% der Abfälle gelangen ins Recycling. Die Retouren der Kundinnen und Kunden können sogar nahezu vollständig rezykliert werden. 2008 nahm die Migros 13000 t Kundenabfälle zurück, insbesondere PET-Flaschen, PE-Flaschen, Batterien, Elektronikgeräte und Energiesparlampen.

Die Migros betreibt das grösste Rücknahmesystem im Schweizer Detailhandel. Ausserdem setzt die Migros-Industrie vermehrt rezykliertes Material in der Produktion ein; so schliesst sich der Kreislauf. Der Getränkeproduzent Aproz hat zum Beispiel 2008 über 1500 t PET-Rezyklat eingesetzt. Das war dreimal mehr als im Vorjahr.

Wirtschaftskrise schlägt durch

In den vergangenen Jahren erhielt das Recycling Aufwind durch steigende Preise. Bei der Verteuerung der Rohstoffe gewannen zudem Sammelgut und Abfälle an Wert, was die Entsorgungskosten verringerte. Im Zusammenhang mit der Finanzkrise sanken die Erlöse für Sekundärrohstoffe nun aber deutlich. Besonders drastisch zeigte sich dies beim Markt für gebrauchte Kunststoffe. Auch die Kartonpreise sind massiv eingebrochen. Diese Entwicklung begann im Herbst 2008 und setzte sich im Verlauf des ersten Halbjahrs 2009 fort.

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Am Ziel wird nicht geschraubt

Trotzdem will die Migros ihre Recyclingtätigkeit weiter ausbauen. Auch wenn es sich finanziell weniger lohnt, bleibt die Wiederverwertung von Rohstoffen ein wichtiger Punkt der Unternehmenspolitik.

Schliesslich hat sich die Migros ehrgeizige Ziele im Umwelt- und Klimaschutz gesetzt. Im Frühling 2009 wurde die Migros am World Retail Congress zur nachhaltigsten Detailhändlerin gewählt - ein Ansporn, das soziale, ökologische und kulturelle Engagement weiter zu verstärken.

Mit dem Recycling von CD-Roms wagt sich die Migros nun in ein ganz neues Gefilde. Im Moment handelt es sich dabei noch um ein Pilotprojekt. Seit Anfang März 2009 nehmen drei Filialen der Migros Ostschweiz in Winterthur, Wetzikon und Frauenfeld ausgediente CDs von Kunden zurück. CDs werden in einem teuren, energieintensiven Verfahren aus rund 90% Polycarbonat gefertigt. Für eine CD von 15 g braucht es 30 g Erdöl. Die Migros garantiert, dass die abgegebenen Scheiben nachhaltig weiterverarbeitet werden. Polycarbonat eignet sich gut zur Wiederverwendung, denn aus dem Rezyklat können hochwertige Produkte wie Sturzhelme, Brillengestelle oder Autoteile gefertigt werden. Initiiert wurde das Pilotprojekt vom Verein «reDisc», der in der Migros eine starke Partnerin fand.

Das Pilotprojekt ist gut gestartet

In den ersten drei Monaten haben die Kundinnen und Kunden bereits 300 kg CDs abgegeben. Dies zeigt, dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer sinnvollen Verwendung der ausgedienten Datenträger gross ist. Die Pilotphase dauert noch bis Ende Jahr 2009. Danach entscheidet die Migros, ob sie die Möglichkeit auch in weiteren Filialen anbieten will.