Der Niedergang klassischer PCs macht dem weltgrössten Chipkonzern Intel immer stärker zu schaffen. Nach einem erneuten Gewinn- und Umsatzrückgang zu Jahresbeginn rechnet der US-Konzern auch im zweiten Quartal mit schwächeren Geschäften.

Die Erlöse könnten um bis zu acht Prozent schrumpfen, teilte Intel mit. Unter diesem Druck kürzte das Unternehmen seine Investitionen für dieses Jahr um rund eine Milliarde Dollar auf etwa zwölf Milliarden Dollar zusammen. Intel baut aber auf eine Erholung im zweiten Halbjahr. Dabei setzt das Unternehmen auf sein neues Chip-Modell «Haswell», eine rege Nachfrage nach neuen ultradünnen Laptops und ein Anziehen der Wirtschaft insgesamt, wie Finanzchef Stacy Smith erklärte. Daher hielt Intel auch an seiner Prognose eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich in diesem Jahr fest. 

Aktie gibt nach

Intel hat den Trend zu Smartphones und den flachen Tablet-Computern verschlafen. Konkurrenten wie Samsung, Qualcomm und Nvidia bestimmen hier den Chip-Markt. Auch die Einführung des neuen PC-Betriebssystem Windows 8 durch den Partner Microsoft im Oktober brachte nicht den erhofften Schwung. Im Gegenteil: Der Absatz herkömmlicher PCs fiel im ersten Quartal um 14 Prozent. Das ist der schwerste Einbruch seit Beginn der Datenerhebung 1994. 

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Dies bekam Intel auch im ersten Quartal schmerzlich zu spüren. Der Nettogewinn fiel etwas stärker als von Experten erwartet um 34 Prozent auf 2,04 Milliarden Dollar. Der Umsatz ging um rund drei Prozent auf 12,6 Milliarden Dollar. Schon im vierten Quartal mit dem für die Technologiebranche wichtigen Weihnachtsgeschäft waren gewinn und Umsatz in ähnlichem Umfang gesunken. Im laufenden Vierteljahr peilt das Unternehmen nun einen Umsatz von rund 13 Milliarden Dollar an. 

Die Aktie gab nachbörslich leicht nach. Experten sehen aber trotz der jüngsten Entwicklung nicht völlig schwarz: «Die Zahlen sind zwar nicht besonders solide. Die Prognose für das zweite Quartal ist aber nicht so schlecht wie befürchtet», sagte Analyst Doug Freedman von RBC Capital. «Möglicherweise sind die Marktbedingungen doch nicht so schlecht wie angenommen.»

(muv/rcv/reuters)