Die Konzernspitze der UBS ist in den vergangenen Wochen und Monaten schrittweise neu besetzt worden. Heute stammen nur noch zwei Mitglieder des Top-Managements aus der «Ära Ospel»: Asset-Management-Chef John Fraser und Rory Tapner, CEO Asien Pazifik.

Zuletzt hat Konzernchef Oswald Grübel seinen langjährigen Weggefährten Ulrich Körner an Bord geholt. Als Group Chief Operating Officer (COO) soll der ehemalige Credit-Suisse-Banker dafür sorgen, dass die Entscheide richtig umgesetzt werden. Gleichzeitig ist Körner Chef des Corporate Centers, dessen Stellung innerhalb der Bank gestärkt wird. Neu werden dort alle Infrastruktur- und Dienstleistungsaufgaben gebündelt.

Zudem werden jetzt die Finanz- und Risikokontrolle sowie Legal und Compliance auf Konzernstufe geführt und die IT-Einheiten der Sparten sowie die IT-Infrastruktur werden auf Konzernebene zusammengefasst.

«Keine allmächtige Zentrale»

«Wir wollen aber keine allmächtige Zentrale schaffen», schreibt Oswald Grübel in einem E-Mail an die UBS-Mitarbeiter. «Wir verstärken unsere Kontrollfunktionen, entschlacken unsere Entscheidungswege und werden hoffentlich berechenbarer, effizienter und wirkungsvoller.» In den nächsten Wochen wird begonnen, die Massnahmen zu kommunizieren und umzusetzen. Dabei könnten «harte Entscheidungen» nicht vermieden werden. Mit den jüngsten Massnahmen wendet sich die Bank wieder von der zuvor angestrebten Auftrennung in organisatorisch unabhängige Bereiche ab. Hinzu kommt, dass die Konzernleitung sukzessive auf 13 Mitglieder erweitert wurde. Ende 2007 waren es noch deren acht. Für die Investmentbank und das Vermögensverwaltungsgeschäft sind heute je drei Personen in der Konzernleitung vertreten. So ist etwa das Schweizer Geschäft unter der Leitung von Francesco Morra neu direkt in der Konzernspitze angesiedelt. Morra leitet gemeinsam mit Jürg Zeltner den Bereich Wealth Management & Swiss Bank. Zudem wurde Marten Hoekstra, CEO Wealth Management Americas, zum Konzernleitungsmitglied ernannt.

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Unklarheit bei Weil und Liechti

Zuvor war nur Raoul Weil in der Konzernleitung für den Bereich Wealth Management verantwortlich. Nachdem Weil im Zusammenhang mit dem Steuerfall in den USA angeklagt und später zur Fahndung ausgeschrieben wurde, blieb er zwar Mitarbeiter der UBS, wurde aber von allen seinen Tätigkeiten suspendiert.

Offziell ist von der UBS und dem Sprecher von Raoul Weil keine Stellungnahme über die aktuelle Beziehung zwischen der UBS und Raoul Weil zu erhalten.

Auch bei einem weiteren Manager, der ins Visier der US-Behörden geraten war, ist das momentane Verhältnis zur UBS nicht klar. Martin Liechti wurde im Zuge der Steueraffäre in den USA als damaliger Chef der Vermögensverwaltung für Nord- und Südamerika während drei Monaten in den USA festgehalten. Wurde Martin Liechti mittlerweile gekündigt oder ist er doch noch nicht aus der Bank ausgeschieden? Laut einem Sprecher arbeitet Liechti nicht mehr für die Bank. Ob er aus dem Unternehmen ausgeschieden ist, kommentiert der Sprecher nicht.