Viele Wege können zum Aufstieg in die Reihe der weltgrössten Unternehmen nach Marktwert führen.

Apple kletterte auf den ersten Platz mit Produkten, die hoch attraktiv sind und grosse Gewinnmargen bringen. Berkshire Hathaway verdankt den Aufstieg dem glücklichen Händchen von Warren Buffett beim Herauspicken von gewinnversprechenden Aktien. Und Google schuf eine super-schnelle Suchmaschine.

Plus 31 Prozent

Petrochina macht es jetzt auf chinesische Art und Weise – mit viel staatlicher Unterstützung. Der Aktienkurs des staatlichen Ölkonzerns ist seit dem 26. Juni um 31 Prozent geklettert – einem Einbruch von 13 Prozent beim Shanghai Composite Index zum Trotz. Staatlich gelenkte Fonds hatten Aktien der grössten Unternehmen Chinas aufgekauft, um die Talfahrt am Aktienmarkt zu bremsen.

Die Rally hat die Marktkapitalisierung von Petrochina auf 382 Milliarden Dollar (348 Milliarden Euro) katapultiert, womit der Ölkonzern Google überholte und zur weltweiten Nummer zwei hinter Apple aufstieg.

Übertriebene Bewertung

Wenn die sich ausweitende Kursdifferenz zwischen den Festlandsaktien und den in Hongkong notierten Titeln von Petrochina ein Signal ist, dann glauben internationale Investoren nicht, dass die Gewinne nachhaltig sind. Die in Yuan denominierten A-Aktien werden mit einem Aufschlag von 104 Prozent gegenüber den Hongkong-Aktien gehandelt, die seit dem 26. Juni 4,1 Prozent abgegeben haben – so stark differierten die Kurse zuletzt 2009. Der Preis für Rohöl hat sich im selben Zeitraum in New York um elf Prozent verbilligt.

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«Die Aktie wird nicht auf der Grundlage der Fundamentaldaten gehandelt» erklärt Neil Beveridge, Analyst bei Sanford C. Bernstein in Hongkong. «Die Bewertung der A-Aktien sieht übertrieben aus.»

(bloomberg/ise/me)