Es ist ein Heimspiel für Pierin Vincenz. Bei Bratwürsten vom Buffet wird in der Olma-Halle 9.1.2 der scheidende Raiffeisen-Boss zum nächsten Helvetia-Präsidenten gewählt. Die Abstimmung an der diesjährigen Generalversammlung des Ostschweizer Versicherungskonzerns ist reine Formsache. Die Poolaktionäre aus Patria, Vontobel und Raiffeisen sind längst auf seiner Seite. Schliesslich erfolgte im März Vincenz’ -Nominierung offenbar einstimmig im Helvetia-Verwaltungsrat. 

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Das Präsidium beim Versicherer könnte ein gemütlicher Altersposten für einen wohlverdienten Bankmanager sein. Doch das ist keine befriedigende Aufgabe für einen Banker vom Schlage eines Pierin Vincenz. Der bald 59-jährige Bündner ist gewillt, auch dem bisher glanzlosen Assekuranz-Amt ab Herbst seinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Schliesslich hat Vincenz bereits die Raiffeisen-Gruppe nachhaltig geprägt und die angestaubte Landbank in einen breit diversifizierten Finanzkonzern verwandelt.

Näher zueinander

Nun also nimmt sich der gestaltungswillige Manager der Helvetia an und lotet als designierter Präsident bereits geschickt seinen Handlungsspielraum aus. Seit seiner Nominierung im März streut der gewiefte Taktiker nämlich zarte Blüten einer Allfinanz-Idee. «Ich würde wieder einmal überlegen, das Versicherungs- und das Bankgeschäft näher zueinander zu führen», sagte er jüngst an einer Finanzveranstaltung in Zürich.

Auch im kleinen Kreis denkt Vincenz laut über die Bilanzen von Versicherungen und Banken nach, die sich «in einem anhaltenden Tiefzinsumfeld perfekt ergänzen würden». Was als präsidiales Gedankenspiel abgetan werden könnte, ist strategisch längst vorgespurt.

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